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31.01.2019, 18:13 Uhr KOMMENTAR

Cybersicherheit: Die Naivität ist erschreckend

Ein Kommentar von Andre Pottebaum


Gefahren im Netz: Cyberkriminalität wird immer noch unterschätzt. Foto: dpa/Oliver BergGefahren im Netz: Cyberkriminalität wird immer noch unterschätzt. Foto: dpa/Oliver Berg

Osnabrück. Die Bundesregierung will Deutschland endlich besser gegen Cyberangriffe von innen und außen schützen. Bis 2023 sollen 200 Millionen Euro in eine neue Agentur für Innovation in der Cybersicherheit fließen. Wird nun alles besser? Wohl kaum, meint unser Kommentator.

Der Aufschrei war groß, als vor wenigen Wochen ein Schüler Daten Hunderter Politiker, Journalisten und Prominenter auf Twitter veröffentlichte. Dass Informationen – die millionenfach in den Weiten der virtuellen Welt herumgeistern – gefunden, entschlüsselt und geteilt werden würden, dürfte jedoch für wenig Verwunderung sorgen. Die Naivität, mit der Telefonnummern ausgetauscht, Bankdaten preisgegeben oder Anschriften an Dritte übermittelt werden, ist erschreckend. 

Nun soll eine eigens dafür eingerichtete Bundesbehörde Abhilfe schaffen und Daten von Millionen Bürgern, Einrichtungen und Behörden schützen. Schon vor einem halben Jahr forderte Innenminister Horst Seehofer – ausgerechnet jener Mann, der angeblich schon in den 80er-Jahren das Internet für sich entdeckte –, Deutschland müsse die Führung bei der Cybersicherheit übernehmen.

Dazu beitragen soll nun die Cyberagentur, die präventiv Risiken aufspüren und entschärfen, aber auch selbst Technologien entwickeln soll, um die Sicherheit nach innen und außen zu gewährleisten. Ein bedeutender Ansatz, auch wenn es viel wichtiger wäre, Nutzer besser aufzuklären und auf die Gefahren des World Wide Web vorzubereiten.


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