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29.01.2019, 17:45 Uhr KOMMENTAR

Kompromiss zur "Abtreibungswerbung": Grauenhaftes Frauen- und Ärztebild!

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Demonstration gegen den Abtreibungswerbeparagraphen. Foto: imago/Stefan Boness/IponDemonstration gegen den Abtreibungswerbeparagraphen. Foto: imago/Stefan Boness/Ipon

Osnabrück. Man könnte sich jetzt über den Schlingerkurs der Groko aufregen. Viel schlimmer ist aber etwas anderes. Ein Kommentar zum Kompromiss beim Werbeverbot für Abtreibungen.

Ärzte sollen nun doch darüber informieren dürfen, ob sie Abtreibungen vornehmen oder nicht. Aber wie, das dürfen sie nicht sagen. Außerdem bleiben Abtreibungen eine Straftat. Unter bestimmten Voraussetzungen wird die Tat aber nicht bestraft.

Dieses Hin und Her und die vielen Fragen, die der Gesetzentwurf zum Werbeverbot für Abtreibungen nicht beantwortet, sind ärgerlich. Viel schlimmer aber ist das Frauen- und Ärztebild, das hinter all diesen Entscheidungen und Befürchtungen von Unionspolitikern und Kirchen steht.

Zum einen sind da die Ärzte. Im Gesetzentwurf wird allen Ernstes gewarnt, dass eine Abschaffung des unseligen Werbeparagraphen das „Anpreisen oder die grob anstößige Werbung für Schwangerschaftsabbrüche straffrei“ stellen würde. Als würden Ärzte dann scharenweise in reißerischer Art und Weise auf Plakatwänden Abtreibungen wie Wellnessbehandlungen anpreisen, um sich an den Eingriffen zu bereichern.  

Zum anderen gelten offenbar Schwangere als leicht beeinflussbar bis unmündig. Während Horrorgeschichten von Lebensschützern gut zugänglich sind, sollen Frauen von Informationen der Ärzte ferngehalten werden. Und zuletzt will der Staat quasi als Trostpflaster Frauen bis zum 22. Geburtstag die Pille zahlen – warum ausgerechnet bis dahin, ist unklar. Absurd.


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