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28.01.2019, 18:34 Uhr KOMMENTAR ZU DÄNEMARKS VORGEHEN

Zaun gegen Wildschweine: Die Bedrohung ist ernst

Ein Kommentar von Dirk Fisser


Dänemark startet den Bau des rund 70 Kilometer langen Wildschweinezauns zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest entlang der dänisch-deutschen Grenze. Foto: Carsten Rehder/dpaDänemark startet den Bau des rund 70 Kilometer langen Wildschweinezauns zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest entlang der dänisch-deutschen Grenze. Foto: Carsten Rehder/dpa

Osnabrück. Dänemark baut einen Zaun entlang der deutschen Grenze. Das Ziel: Wildschweine abhalten, die die Afrikanische Schweinepest einschleppen könnten.

Der dänische Zaunbau erinnert an die Gefahr, mit der Bauern seit Jahren leben: Die Afrikanische Schweinepest mag zwar für Menschen gesundheitlich ungefährlich sein. Für die Wirtschaft ist sie aber eine ernst zu nehmende Bedrohung.

Dabei lautet die Frage längst nicht mehr, ob Deutschland betroffen sein wird. Es ist vielmehr eine Frage der Zeit, bis das erste infizierte Wildschwein hierzulande entdeckt wird. Erst recht, seitdem die Gefahr der Einschleppung nicht mehr nur aus Osteuropa, sondern auch aus Belgien droht. Vielleicht ist der Erreger auch längst da.

Man mag über Sinn und Unsinn des Zauns streiten. Er macht aber deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung die Schweinehaltung für das Nachbarland hat. Sobald ein infiziertes Wildschwein entdeckt wird, greifen Exportbeschränkungen – von einem Ausbruch in einem Stall ganz zu schweigen. Da die Dänen weit mehr Schweine halten, als sie selbst essen können, sind die Sorgen vor einem Milliardenschaden durchaus berechtigt. Wohin dann mit all den Schweinen? 

Was für Dänemark gilt, gilt für einzelne Regionen Deutschlands ganz genauso: Im Westen Niedersachsens und Teilen Nordrhein-Westfalens wären die Folgen fatal. Die Ausrichtung der Landwirtschaft auf die Weltmärkte brachte Wohlstand. Sie birgt aber eben auch erhebliche Risiken. Da hilft auch kein Zaun.



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