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28.01.2019, 17:46 Uhr KOMMENTAR ZUR STUDIENFINANZIERUNG

Bafög ist und bleibt gut investiertes Geld

Ein Kommentar von Marion Trimborn


Es ist gut, dass der Bund für eine Bafög-Reform bis 2022 mehr als eine Milliarde Euro ausgeben will. Foto: Andrea Warnecke/dpaEs ist gut, dass der Bund für eine Bafög-Reform bis 2022 mehr als eine Milliarde Euro ausgeben will. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Osnabrück. Brauchen wir noch staatliche Unterstützung für Studenten? Natürlich, denn immer noch haben junge Leute aus bildungsfernen Schichten schlechte Chancen zu studieren. Das darf nicht sein. Das Bafög muss dringend reformiert werden. Doch die staatliche Hilfe muss auch Grenzen haben.

Keine Frage: Auch heute noch ist Bafög in Deutschland wichtig. Denn in kaum einem anderen Industrieland ist gute Bildung so stark von der Herkunft und der Geldbörse der Eltern abhängig wie hierzulande. Akademiker-Kinder studieren drei Mal häufiger als Kinder, deren Eltern nicht an einer Hochschule waren.

Industrie braucht Fachkräfte

Damit aber auch schlaue Arbeiter- und Migrantenkinder den Aufstieg schaffen können, brauchen sie Unterstützung. Zumal die Industrie in Zeiten des Fachkräftemangels auf diese Köpfe nicht verzichten kann. Es ist daher falsch, am Bafög zu sparen. Es ist ein Alarmsignal, dass so wenige Studenten wie seit Jahren nicht mehr Bafög erhalten. Wie schön, dass die Koalition nun eine Milliarde Euro zusätzlich ins Bafög stecken will. Das ist gut investiertes Geld für Chancengleichheit.

Es muss auch Grenzen geben

Allerdings sollte die Reform durchdacht sein. Wichtig wäre eine regionale Staffelung, da die Mietpreise bundesweit sehr unterschiedlich sind. Richtig wäre auch, die Einkommensgrenzen der Eltern anzupassen und Frei- und Förderbeträge anzuheben. Es gibt aber Grenzen der staatlichen Großzügigkeit. Bafög darf nicht zu einem weltfremden Anspruchsdenken führen. Nebenjobs und Bildungskredite sind Studenten zumutbar – zumal es ein echtes Privileg ist, dass der Universitätszugang in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern kostenlos ist.


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