Ein Bild von Nina Kallmeier
28.01.2019, 16:52 Uhr KOMMENTAR

RWE hatte genug Zeit zur Vorbereitung auf das Kohle-Aus

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Kohle-Aus: RWE rechnet mit Auswirkungen auf das Tagebausystem. Foto: Oliver Berg/dpaKohle-Aus: RWE rechnet mit Auswirkungen auf das Tagebausystem. Foto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück. Der Kohleausstieg wird viel Geld kosten. Nach dem Konzept der Kohlekommission muss nun die Bundesregierung liefern. RWE droht derweil mit Stellenabbau. Ein Kommentar.

Schon beim Rodungsstopp im Hambacher Forst hat RWE mit einem Argument gedroht, mit dem die Wirtschaft oft eine Diskussion im Keim zu ersticken versucht: mit massivem Stellenabbau. Gleiches wiederholt der Energiekonzern nun beim Kohlekompromiss. Und wie damals wird das tatsächliche Ausmaß der mutmaßlichen Stellenstreichung nicht genau beziffert. RWE lässt für die Betroffenen nur das Reizwort „massiv“ in der Luft hängen.

Dass die Einschnitte beim Braunkohleabbau tief sind, daran gibt es keinen Zweifel. Auch, dass RWE als größter deutscher Braunkohleverstromer mit mehreren Tagebauen und Kraftwerken stark betroffen sein wird, ist unumstritten. Ebenso wie die Tatsache, dass mit dem Strukturwandel wie in anderen Branchen auch Stellenprofile wegfallen werden.

Die Energiewende zeichnet sich jedoch seit Jahren ab. Mit 2038 kommt das Kohle-Aus sogar noch später als ursprünglich gefordert. Da hätte genug Zeit sein sollen, um sich vorzubereiten – und frühzeitig auf den politisch gewollten Ausbau erneuerbarer Energien zu setzen – mit allem, was an Forschung und Entwicklung zur Speichertechnologie dazugehört.

Das hat RWE in der Vergangenheit versäumt. Stiefmütterlich ist das Geschäft mit Erneuerbaren vor Gründung der Innogy im Konzern behandelt worden. Das wird sich mit dem Erwerb des Erneuerbaren-Geschäfts von Eon und Innogy ändern. Um das Unternehmen zukunftsgerichtet aufzustellen, ist dieser Schritt notwendig. Und hier werden Mitarbeiter gebraucht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN