Kritik an Plan gegen Pflegenotstand Linken-Chef Riexinger: Ausbildungsoffensive unzureichend

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Fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Pflege-Notstand: Linken-Chef Bernd Riexinger
Foto: dpaFordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Pflege-Notstand: Linken-Chef Bernd Riexinger Foto: dpa

Berlin. Im Kampf gegen den Pflegenotstand will die Bundesregierung die Zahl der Azubis binnen vier Jahren um zehn Prozent erhöhen. Entsprechende Pläne kündigte Familien- und Seniorenministerin Franziska Giffey an. Der Opposition reicht das nicht. Auch Verbraucherschützer fordern mehr.

„Es braucht Entlastung für die Pflegekräfte, die bereits jetzt auf dem Zahnfleisch gehen“, sagte Linken-Chef Bernd Riexinger am Montag unserer Redaktion. Notwendig sei „eine deutliche Aufwertung auch über wesentlich bessere Bezahlung, um sowohl erfahrenen als auch künftigen Pflegekräften Respekt zu zollen“.

Riexinger forderte überdies gesetzliche Personalstandards, die jeweils spezifisch für Altenpflege und Krankenpflege gelten und sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. „Feste Personalschlüssel statt Minimallösungen“ seien „der Dreh- und Angelpunkt. Ohne diese fehlt der notwendige Druck, tatsächlich für Nachwuchs zu sorgen“, sagte der Linken-Chef und kritisierte: „Hier bleibt die Bundesregierung eine Antwort schuldig.“

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz) begrüßte das Ziel der Regierung, für zehn Prozent mehr Ausbildungsplätze zu sorgen. „Die Umsetzung in die Praxis muss zeitnah folgen“, mahnte vzbz-Gesundheitsexperte Kai Vogel im Gespräch mit unserer Redaktion an. Zur Stärkung der Pflege gehöre aus Sicht der Verbraucher aber auch deren langfristig Finanzierung, „hier fehlt noch ein Konzept“.

In einem ersten Schritt müssten „die Leistungen der Pflegeversicherung jährlich automatisch angepasst werden und sich an der Inflationsrate und den steigenden Personalkosten orientieren, sie müssen endlich die realen Verhältnisse abbilden", verlangte Vogel. „Zudem muss insbesondere die finanzielle Überforderung vieler Pflegebedürftiger ebenso zeitnah beendet werden.“ Die Konzertierte Aktion Pflege sei „nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einer qualitativ guten Pflegeversorgung und deren nachhaltigen Finanzierung“, sagte der Fachmann.


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