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22.01.2019, 17:45 Uhr VERNÜNFTIG ODER BEVORMUNDEND?

Debatte über Tempolimit: Vieles spricht dafür

Ein Kommentar von Tobias Schmidt


Hält nichts von Tempolimits: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer
kolbert-press/Burghard SchreyerHält nichts von Tempolimits: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kolbert-press/Burghard Schreyer

Berlin. Autofahrer werden immer stärker gegängelt, der Individualverkehr insgesamt steht am Pranger: Vorwürfe wie diese sind populär. Aber Verkehrssicherheit und Umweltschutz erfordern, dass Grenzen gesetzt werden.

Dass in einer Expertenkommission über ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen nachgedacht wird, hat die "Freie Fahrt für freie Bürger"-Allianz gerade wieder auf die Palme gebracht. Für Auto-, äh, Verkehrsminister Andreas Scheuer richten sich die Überlegungen gegen jeden Menschenverstand.

Wer schon mal über die Autobahnen in Frankreich, Österreich oder den Niederlanden gefahren ist, weiß womöglich, dass es dort dank Tempolimit meist deutlich entspannter zugeht. Langsamer fahren heißt aber vor allem: Weniger Spritverbrauch und weniger Unfälle.

Vieles spricht dafür, durch ein Höchsttempo von 130 das Klima zu schützen und Verkehrstote zu vermeiden. Dass ein Tempolimit kommt, scheint dennoch so unwahrscheinlich wie schärfere Waffengesetze in den USA, obwohl das Recht auf Vollgas nicht im Grundgesetz verankert ist.

Wollte die Politik nicht nur für weniger C02 in der Luft sorgen, sondern auch für mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen, hätte sie weitere Möglichkeiten. Wegfahrsperren für Alkoholsünder, die trotz Fahne den Zündschlüssel ins Schloss stecken, gehören ebenso dazu wie Fahrtauglichkeitstests für Hochbetagte, die zum ernsten Risiko für sich und andere werden. Wer fürchtet, als Erwachsenen-Erzieher und Spaßbremse abgestempelt zu werden, wird sie nicht nutzen.



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