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18.01.2019, 18:30 Uhr KOMMENTAR

Debatte um den Wolf: Lösungen gefragter denn je

Ein Kommentar von Andre Pottebaum


Der Wolf steht deutschlandweit weiterhin im Fokus. Foto: dpa/Carsten RehderDer Wolf steht deutschlandweit weiterhin im Fokus. Foto: dpa/Carsten Rehder

Osnabrück. Lange Zeit hat sich die Europäische Union kaum bewegt, nun hat Agrarkommissar Phil Hogan angekündigt Landwirte, die von Schäden durch Wölfe betroffen sind, vollständig zu entschädigen. Es ist ein wichtiges Signal und doch bedarf es konkreter Lösungen im Umgang mit dem Raubtier. Ein Kommentar.

Im Streit um den Wolf bewegt sich die Europäische Union allmählich. Nach monatelangem Hin und Her konnte sich die EU endlich dazu durchringen, für die von Wölfen verursachten Schäden vollständig aufzukommen. Die betroffenen Schäfer können jetzt 20 Prozent mehr Geld als bislang als Entschädigung erwarten. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Eine sachliche Auseinandersetzung im Umgang mit dem Raubtier wäre jedoch längst überfällig.

Während sich Naturromantiker noch immer über die Rückkehr des Raubtieres freuen und eine mögliche Gefährdung für den Menschen ins Reich der Märchen verdammen, sorgen sich erbitterte Wolfsgegner weiterhin darum, wie unbehelligt sich einige Wölfe in der Nähe von Spielplätzen und Wohnvierteln herumtreiben können. Geholfen ist damit niemandem.

Stattdessen sollte die Politik im Zusammenspiel mit Förstern und Landwirten eine einheitliche Lösung präsentieren und nicht nur finanzielle Abhilfen in Aussicht stellen. Dort, wo das Raubtier die wirtschaftliche Existenz von Menschen bedroht oder die Haltung von Nutz- und Weidetieren gefährdet, muss die Population begrenzt werden – zur Not mit dem Abschuss einzelner Tiere.

Auf der anderen Seite sollten Gebiete ausgewiesen werden, wo der Wolf problemlos und ungestört leben kann – ohne den Menschen zu gefährden.


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