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14.01.2019, 16:32 Uhr KOMMENTAR ZUR UNIONS-KLAUSUR

CDU-Rebellen sollten ihren Groll ausmerzen

Ein Kommentar von Beate Tenfelde


Klausurtagung des CDU-Bundesvorstandes in Potsdam: Parteichefin  Annegret Kramp-Karrenbauer  und Manfred Weber, Spitzenkandidat der der Union bei der Europawahl, stellen ihre Ziele vor. Foto:dpaKlausurtagung des CDU-Bundesvorstandes in Potsdam: Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Manfred Weber, Spitzenkandidat der der Union bei der Europawahl, stellen ihre Ziele vor. Foto:dpa

Berlin. Die Europawahl im Mai und die Landtagswahlen im Osten Deutschlands im Herbst standen offiziell im Mittelpunkt der Klausur des CDU-Vorstands in Potsdam. Doch in Wahrheit ging es auch um Machtfragen.Ein Kommentar.

Was soll das? Teile der CDU führen Kanzlerkandidaten-Debatten, die jetzt kein Mensch braucht und die am Ende selbstzerstörerisch wirken. Vor allem der Wirtschaftsrat und die Werte-Union – beides Randgruppen mit bescheidenem Einfluss – können das Nachkarten nicht lassen. Nach der Niederlage ihres Wortführers Friedrich Merz bei der Vorstandswahl versuchen sie, ihm die Tür zum Kanzleramt offen zu halten. Das tut der CDU nicht gut. 

Die Unions-Rebellen sollten ihren Groll ausmerzen, Annegret Kramp-Karrenbauer nun endlich als Vorsitzende akzeptieren und auch deren Angebote zur Beteiligung von Merz honorieren. Fakt ist doch: Der Spitzenmanager will sich gar nicht in den Parteialltag einfügen. Er hat die Offerte, in den CDU-Vorstand einzuziehen, rundweg ausgeschlagen. Stattdessen hat er verlauten lassen, er traue sich ein Ministeramt zu. Merz sollte wissen: Ein Wiedereinstieg von ganz oben kann der neuen CDU, die die Lust an der Mitsprache entdeckt hat, nicht verordnet werden.

Nun wird er Kramp-Karrenbauer beraten, bekundet ihr seine Sympathien. Die neue Chefin hat in der Tat richtige Zeichen gesetzt: Sie pocht zu Recht auf ihr Vorschlagsrecht bei der Kanzlerkandidatur. Und es ist keine verplemperte Zeit, wenn sie das Thema Flüchtlingspolitik noch einmal mit Praktikern aufarbeiten will – ein guter, weil sehr konkreter Ansatz. Es hat sich Frust aufgestaut, speziell im Osten. Dessen Auflösung ist existenziell wichtig, wenn die CDU bei den drei anstehenden Landtagswahlen dort bestehen will.


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