Kommentar Bahnkrise: Probleme lösen, nicht schönreden

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Warten auf den Zug – eine Situation, die Bahnreisende auch im Hauptbahnhof Osnabrück kennen. Hier sorgte im Dezember ein Streik der EVG für Verspätungen und Zugausfälle. Oft genug ist das Bahnchaos aber hausgemacht, etwa durch kaputte Züge oder Baustellen. Das soll ein Ende haben, fordert Verteidigungsminister Andreas Scheuer (CSU). Foto: Michael GründelWarten auf den Zug – eine Situation, die Bahnreisende auch im Hauptbahnhof Osnabrück kennen. Hier sorgte im Dezember ein Streik der EVG für Verspätungen und Zugausfälle. Oft genug ist das Bahnchaos aber hausgemacht, etwa durch kaputte Züge oder Baustellen. Das soll ein Ende haben, fordert Verteidigungsminister Andreas Scheuer (CSU). Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Zu spät, marode, nicht rentabel: Der ehemalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla soll als Krisenmanager die massiven Probleme der Deutschen Bahn lösen. Ob das klappt?

Als hätte er nicht genug zu tun: Jetzt soll Ronald Pofalla auch noch mit Zugverspätungen Schluss machen. Dabei obliegt es dem Infrastrukturvorstand der Bahn, den Finanzierungsvertrag mit dem Bund auf solide Füße zu stellen. Ein Projekt, das tagesfüllend sein dürfte. Auch für die neuen Leitsignale ist der frühere Kanzleramtschef zuständig, ebenso für das Mammutprojekt Stuttgart 21, das sich bisher vor allem als Milliardengrab profiliert hat. Nun auch noch Krisenmanager? Respekt.

Schon im Sommer soll vieles besser sein, verspricht Bahnchef Richard Lutz. Das sind natürlich Luftschlösser. Probleme, die über Jahrzehnte angehäuft und verschleppt wurden, lösen sich nicht einfach auf. Stattdessen drängt sich eine andere Frage auf: Bereitet Lutz den Boden für Pofalla als seinen Nachfolger? Das darf man vermuten, Pofallas Ehrgeiz ist ein offenes Geheimnis. Auch hat er sich bereits als Minister mit Bahn-Themen beschäftigt. Fachliche Expertise darf man also unterstellen.

Allerdings hat Pofalla auch schon einmal eine Krise – in dem Fall den NSA-Abhörskandal – vorschnell für beendet erklärt. Ein Kniff, den er hoffentlich in die Mottenkiste verbannt hat. Denn die Bahn braucht keine Manager, die Probleme schönreden, sondern solche, die sie lösen. Das ist der Konzern den genervten Kunden schuldig. Und dem Steuerzahler, der die elende Misswirtschaft finanziert.


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