Zustimmung im Parlament Nach jahrelangem Streit: Mazedonien benennt sich um

Von dpa und lod

Zoran Zaev (Mitte), Ministerpräsident von Mazedonien, nach seiner Rede im mazedonischen Parlament. Foto: dpa/Boris GrdanoskiZoran Zaev (Mitte), Ministerpräsident von Mazedonien, nach seiner Rede im mazedonischen Parlament. Foto: dpa/Boris Grdanoski

Skopje. Auf Druck von Griechenland: Mazedoniens Parlament hat am Freitag die Änderung des Landesnamens gebilligt: Aus Mazedonien wird Nord-Mazedonien.

Das mazedonische Parlament hat am Freitagabend die Umbenennung des südlichen Balkanlandes in Nord-Mazedonien beschlossen. Für die entsprechende Verfassungsänderung stimmten 81 der 120 Abgeordneten, womit die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit erreicht wurde. 

Die Umbenennung des Landes ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Mazedonien den Namensstreit mit Griechenland beilegen kann. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erklärte, er setze nun darauf, dass auch das griechische Parlament der Vereinbarung zustimmen werde. Dann könne das Land Nord-Mazedonien "bald der Nato beitreten und Beitrittsgespräche mit der EU eröffnen". Dies hatte Athen bislang blockiert.

Kommentar: Namensstreit um Mazedonien: Mehr als eine Posse

Griechische Provinz trägt gleichen Namen

Ministerpräsident Zoran Zaev gratulierte den Mazedoniern auf Twitter zu dem "historischen Erfolg und den neuen Perspektiven".

Nach der Erringung der Unabhängigkeit im Prozess des Zerfalls Jugoslawiens im Jahr 1991 wurde das Land unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (englische Abkürzung: FYROM) Mitglied der Vereinten Nationen. Griechenland besteht seitdem auf einer Namensänderung, weil eine Provinz im Norden des Landes ebenfalls den Namen Mazedonien (Altgriechisch: Makedonia) trägt.

Die Innenstadt von Skopje mit einer Statue von Alexander der Großem. Das Land könnte nun über einen EU-Beitritt verhandeln. Foto: imago/Gerhard Leber

Folgt als nächstes der Beitritt zur EU?

Die EU hat Mazedonien sowie den anderen Westbalkanstaaten einen möglichen Beitritt zur Union bis 2025 in Aussicht gestellt. Die Gespräche laufen. Mit Montenegro sind die Verhandlungen am weitesten fortgeschritten. Nord-Mazedonien könnte nun nach der Beilegung des Namensstreits aufholen. Allerdings räumte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein, die Länder seien derzeit noch "weit davon entfernt, die Bedingungen zu erfüllen." Mangelnde Reformen und Konflikte innerhalb der Region ständen einem Beitritt noch im Wege.

Dabei ist die EU nach eigenen Angaben seit Jahren der mit Abstand wichtigste Geber und Investor in den Balkanstaaten. Von der milliardenschweren Aufbauhilfe sollen langfristig europäische Unternehmen profitieren. Doch auch russische und chinesische Investoren haben in den Balkanländern – möglicherweise strategisch bedeutsame – Geschäfte laufen. Die Chinesen etwa, finanzieren den Bau von Kraftwerken, Autobahnen und Brücken im Westbalkan.

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