"Komplett überflüssig" Grüne wollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen

Von afp und dpa

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Sind Cent-Münzen noch zeitgemäß?  Foto: dpa/Karlheinz-SchindlerSind Cent-Münzen noch zeitgemäß? Foto: dpa/Karlheinz-Schindler

Berlin. Viele Verbraucher finden sie lästig, weil sie den Geldbeutel dick und schwer machen. Trotz der Kritik an dem verkupferten Kleingeld werden am häufigsten kleine Münzen produziert. Geht es nach Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer, soll damit bald Schluss sein.

Die Bundesbank sollte nach Ansicht von Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer keine Ein- und Zwei-Cent-Stücke mehr prägen. "Die Münzen sind komplett überflüssig und hauptsächlich ein Ärgernis in der Geldbörse", sagte Krischer der "Saarbrücker Zeitung" vom Freitag. Er verwies auf Finnland und Irland, wo die Zentralbanken diese Münzen nicht mehr produzieren. "Diesem Beispiel sollte sich die Deutsche Bundesbank anschließen."

"Verschwendung an Geld, Metallen und Energie"

Der Handel könne dann "nur noch abgerundete Preise auszeichnen, also die hinten eine 0 oder 5 stehen haben", schlug Krischer vor.

Deutschland ist noch immer ein Land, das am Kleingeld hängt. Während man bei skandinavischen Bäckern oder englischen Pubs mit Karte zahlt, werden in Deutschland Münzen zusammengesucht. Manche Länder haben kleine Cent-Münzen sogar aus dem Alltag verbannt – in den Niederlanden etwa wird beim Einkauf auf 5 Cent gerundet.

Anders bei uns: 2018 wurden in Deutschland rund 453 Millionen Ein-Cent-Stücke und 479 Millionen Zwei-Cent-Stücke geprägt, wie aus einer Antwort des Finanzministeriums auf Anfrage des Grünen-Politikers hervorgeht. In den vergangenen drei Jahren wurden für die Münzen laut Zeitungsbericht 416 Tonnen Kupfer und 7026 Tonnen Stahl benötigt. "Das ist schon eine große Verschwendung an Geld, Metallen und Energie", sagte Krischer.

Durchschnittlich sechs Euro Kleingeld dabei

Hierzulande werden vor allem kleine Beträge fast nur bar bezahlt – bei Summen bis fünf Euro zu 96 Prozent, wie eine Studie der Bundesbank im vergangenen Jahr angab. Demnach haben die Menschen im Schnitt 107 Euro einstecken, davon sechs Euro als Kleingeld. Wie viele Münzen bei Leuten daheim noch rumliegen, kann keiner genau sagen.

Es könnte aber einiges sein. Die Bundesbank geht davon aus, dass geschätzt etwa 60 bis 70 Prozent des Geldes, das sie ausgibt, mittlerweile im Ausland unterwegs ist. Etwa fünf bis zehn Prozent der Münzen und Scheine seien direkt im Umlauf, also etwa an Ladenkassen. Der Rest? Werde womöglich gehortet oder sei verloren gegangen.


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