Seit Beginn der Proteste "Gelbwesten" unter Verdacht: 60 Prozent der Radarfallen in Frankreich beschädigt

Von dpa und afp

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Die Proteste der "Gelbwesten" richten sich auch dagegen, dass die Regierung das zulässige Tempo auf Landstraßen von 90 auf 80 Kilometer pro Stunde herabgesetzt hat. Foto: imago/Bernard JaubertDie Proteste der "Gelbwesten" richten sich auch dagegen, dass die Regierung das zulässige Tempo auf Landstraßen von 90 auf 80 Kilometer pro Stunde herabgesetzt hat. Foto: imago/Bernard Jaubert

Paris. Mehr als die Hälfte der fest installierten Radarfallen an Frankreichs Straßen ist seit Beginn der "Gelbwesten"-Proteste demoliert worden.

Fast 60 Prozent der Radarfallen in Frankreich sind demoliert. Das gab das französische Innenministerium am Donnerstag bekannt und machte die Protestbewegung der "Gelbwesten" dafür verantwortlich. Die Behörden beklagen einen verstärkten Vandalismus gegen Radaranlagen allerdings bereits seit dem Sommer. Im Juli hatte die Regierung das Tempolimit auf Landstraßen auf 80 km/h gesenkt und damit bei vielen Autofahrern für Empörung gesorgt.

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Innenminister Christophe Castaner sagte in Paris, Anhänger der Protestbewegung der "Gelbwesten" hätten seit Mitte November nahezu sechs von zehn Radaranlagen "funktionsunfähig gemacht, attackiert und zerstört". Insgesamt gibt es nach offiziellen Angaben 3200 Radarfallen in Frankreich. Die Regierung rechnete in diesem Jahr durch das verschärfte Tempolimit mit Einnahmen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro.

Die "Gelbwesten" errichten seit Mitte November Straßensperren im ganzen Land. Ihr Ärger entzündete sich an einer geplanten Steuererhöhung für Kraftstoff. 

Finanziert Italien die "Gelbwesten"?

Unterdessen hat Frankreichs Gleichstellungs-Staatssekretärin die Frage nach ausländischer Finanzierung der Gewalt bei "Gelbwesten"-Protesten aufgeworfen und dabei Italien ins Spiel gebracht. Es sei notwendig zu wissen, ob es ausländische Mächte gebe, die Randalierer und die städtische Gewalt in Paris finanzieren, sagte Marlène Schiappa am Donnerstag im Gespräch mit France Inter. "Dies ist angesichts der Positionen einiger italienischer Verantwortlicher besonders interessant", so Schiappa weiter.

Sie spielte dabei auch auf eine Online-Petition an, die den ehemaligen Boxer unterstützte, der am Wochenende bei "Gelbwesten"-Protesten Polizisten angegriffen haben soll. Regierungssprecher Benjamin Griveaux hatte bereits am Mittwoch erklärt, dass manche "Gelbwesten" vom Ausland unterstützt würden.

Die in Italien mitregierende populistische Fünf-Sterne-Bewegung hatte den Gelbwesten am Montag Solidarität zugesagt. Der Koalitionspartner der Sterne, die rechte Lega von Innenminister Matteo Salvini, verurteilte zwar die Gewaltausbrüche, hieß aber die Proteste gut.


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