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10.01.2019, 17:55 Uhr SONDERSITZUNG INNENAUSSCHUSS

Datenklau: Es ist blamabel, wie wenig Politiker wissen

Von Marion Trimborn


Der Datenklau eines Hackers hat Politiker und Sicherheitsbehörden blamiert. Foto: Silas Stein/dpaDer Datenklau eines Hackers hat Politiker und Sicherheitsbehörden blamiert. Foto: Silas Stein/dpa

Osnabrück. IT-Sicherheit, Datenschutz und virtuelle Gefahren - das alles wird von Bundestagsabgeordneten oft beschworen, Doch viele schaffen es nicht, ihre eigenen Daten zu schützen, wie ein Hacker mit seinem Datenklau in großem Stil gezeigt hat. Auch die Behörden haben sich blamiert. Ein Kommentar

Man mag es kaum glauben: Da betont ein Innenminister Seehofer, er sei seit den 80er Jahren im Internet unterwegs – dabei gibt es das Internet in dieser Form erst seit den 90er Jahren. Die Äußerung Seehofers zeigt exemplarisch, wie viel Unwissen bei Bundestagsabgeordneten und Ministern über die virtuelle Welt besteht. Das ist blamabel. Der jüngste Datenklau belegt eindrücklich die Auswirkungen dieser Ignoranz und Sorglosigkeit.

Politiker sind sorg- und ahnungslos

Dabei kann man noch erleichtert sein, dass nur private Daten wie Chat-Gespräche im Netz und Handy-Nummern gehackt wurden. Aber wie steht es um interne Papiere und vertrauliche Dokumente – sind diese genau so schlecht bei den Abgeordneten geschützt? Die Politiker, die sich in der Datenklau-Affäre als sorg- und ahnungslos entpuppen, brauchen dringend Nachhilfe und sollten sich endlich mit der virtuellen Realität des 21. Jahrhunderts befassen.

Um IT-Sicherheit ist es schlecht bestellt

Die immer neuen Details über den 20-jährigen Schüler, der wochenlang unbemerkt private Daten von Politikern veröffentlichte, zeigen, dass es um die IT-Sicherheit nicht gut bestellt ist. Die viel beschworene Zusammenarbeit der Behörden bei der Cyberabwehr scheint nur auf dem Papier zu stehen. Wie konnte es sonst passieren, dass erste Hinweise nicht an das Bundeskriminalamt gegeben wurden? Wie konnte es sein, dass das IT-Sicherheitsamt namens BSI geschlafen hat? Wenn noch nicht mal die Fachleute einen Datenklau rechtzeitig erkennen - na dann, gute Nacht. 



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