Verwunderung über Ex-Grüne Jutta Ditfurth verwirrt mit Tweet zum Angriff auf AfD-Mann Magnitz

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Die Publizistin und Politikerin Jutta Ditfurth irritierte mit einem Tweet zum Angriff auf Frank Magnitz. Foto: imago/Horst GaluschkaDie Publizistin und Politikerin Jutta Ditfurth irritierte mit einem Tweet zum Angriff auf Frank Magnitz. Foto: imago/Horst Galuschka

Bremen. Die Mitgründerin der Grünen, Jutta Ditfurth, stellte den versehentlichen Schlag mit dem Blindenstock eines sehbehinderten Mannes in Kontext mit dem Angriff auf den Bremer AfD-Politiker Frank Magnitz.

Der tätliche Angriff auf den AfD-Politiker Frank Magnitz wurde in den vergangenen Tagen heiß diskutiert – auch in den sozialen Kanälen. Dabei verurteilten Politiker jeglicher Couleur die Tat und Kommentatoren verschiedenen Medienhäuser gingen sogar soweit, das Delikt als "Anschlag auf die Demokratie" zu bezeichnen. 

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Das bewog die linke Politikerin und Aktivistin Jutta Ditfurth dazu, die Frage in den Raum zu stellen, weshalb "ein Schlag auf den Hinterkopf eines Nazis, der dann stürzt, ein 'Anschlag auf die Demokratie' ist und zwei Schläge mit einer Metallstange auf meinen Kopf nicht?" Sie müsse wohl ihr Verständnis von Demokratie überprüfen.

Mit dem Tweet bezieht Ditfurth sich auf einen Vorfall, der sich Ende März des vergangenen Jahres ereignete. Damals reiste sie mit einem ICE von Frankfurt nach Freiburg und ist nach eigenen Angaben von einem jungen Mann mit einer Metallstange angegriffen worden. 

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Der vermeintliche Täter habe ihr mit einer Metallstange "zweimal schnell und mit voller Wucht von hinten auf den Kopf geschlagen", schrieb sie damals in einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite. Die Schläge seien aus dem Nichts gekommen. 

Ob der Täter zuvor Ditfurth erkannt habe, wisse sie nicht, schrieb sie dazu. Sie habe den mutmaßlichen Täter zuvor nur kurz und flüchtig gesehen. Zudem habe sie ihn wegen seines Metallstocks zunächst für sehbehindert gehalten: "Das war er definitiv nicht. Er zielte genau und die Zeug*innen waren der Meinung, das habe er nicht zum ersten Mal gemacht, weil es so schnell und geübt aussah."

Zu jener Zeit ermittelte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern in alle Richtungen und konnte gegenüber der Frankfurter Rundschau zumindest nicht ausschließen, dass es sich bei dem Angriff auf die ökologische Linke um eine politisch motivierte Straftat gehandelt haben könnte. 

Verfahren "mangels hinreichenden Tatverdachts" eingestellt

Heute sieht das allerdings anders aus. Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern, dass das genannte Verfahren "mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt" worden sei. Denn Ditfurths erster Gedanke – der junge Mann sei sehbehindert – stellte sich als richtig heraus.

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"Ein damals 19-Jähriger stark sehbehinderter Mann hatte zwar Frau Ditfurth mit einem Blindenstock getroffen. Dies geschah nach seinen Angaben aber versehentlich. Die Ermittlungen haben keine Beweise erbracht, die diese Angaben widerlegen könnten. Auch ein Fahrlässigkeitsvorwurf war nach den ermittelten näheren Umständen des Vorfalls nicht zu begründen."

Durch die Tatsache, dass der 19-Jährige stark sehbehindert ist, erübrige sich auch die Frage danach, ob er Jutta Ditfurth als Prominente erkannt habe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei Ditfurth beziehungsweise ihr Rechtsbeistand über die Einstellung sowie die Gründe informiert worden. 

Weshalb sie diesen Vorfall dennoch in Kontext mit dem Angriff auf den Bremer AfD-Mann Frank Magnitz bringt, bleibt fraglich: Für ein Statement war das frühere Bundesvorstandsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstag nicht erreichbar. 


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