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08.01.2019, 14:03 Uhr BREMER AFD-POLITIKER ZUSAMMENGESCHLAGEN

So sieht ein Angriff auf unsere Demokratie aus!

Von Dirk Fisser


Frank Magnitz ist Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Bremen. Foto: dpaFrank Magnitz ist Bundestagsabgeordnete und Landesvorsitzende der AfD Bremen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Bremer AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz wird brutal zusammengeschlagen. Die Polizei vermutet ein politisches Motiv für den Angriff. Dazu ein Kommentar.

Wie sieht ein Angriff auf unsere Demokratie aus? Das Bild des AfD-Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz gibt dieser in letzter Zeit inflationär gebrauchten Phrase ein Gesicht: Blutüberströmt, mit geschundenem Gesicht liegt er nach einem Überfall im Krankenhaus. Auf dem Kopf klafft eine tiefe, offene Wunde.

Die Polizei vermutet ein politisches Motiv hinter dem – man muss es wohl so nennen – Mordversuch. Diejenigen, die ihn mutmaßlich verübt haben, sind Feinde der freiheitlichen Gesellschaft. Sie haben einen Anschlag auf einen gewählten Vertreter unserer Demokratie verübt.

Gut, dass sich so viele Politiker bis hin zum Bundespräsidenten vorbehaltlos am Dienstag solidarisch mit Magnitz gezeigt und den mutmaßlichen Anschlag verurteilt haben. Noch besser, wenn daraus ein Nachdenken über politische Rhetorik und die eigene Verantwortung für die Demokratie resultiert.

Man kann und man muss der AfD vorwerfen, dass sie den Tonfall in der Politik verschärft und die regelmäßige rhetorische Entgleisung als politisches Instrument perfektioniert hat. Als Beispiel sei an den Aufruf zur Jagd auf andere Parteien nach der Bundestagswahl erinnert. Wer aber im Gegenzug selbst zur Jagd auf die AfD und den Kampf gegen ihre Ideen aufruft, trägt ebenso Verantwortung für eine Radikalisierung – im Zweifel eben nicht nur der Sprache. Das gilt für Politiker, aber auch für Journalisten sowie auch bei jedem im persönlichen Umfeld.


Hinweis: Polizei und Staatsanwaltschaft haben zwischenzeitlich ein Video veröffentlicht, das den Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz zeigt. Das Bildmaterial weicht von den Schilderungen der AfD ab. Hier mehr.


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