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06.01.2019, 18:15 Uhr WACHSENDE SORGEN UM KONJUNKTUR

Deutschland droht böses Erwachen

Von Michael Clasen


Ein schwieriges Wirtschaftsjahr erwarten zahlreiche Experten. Auch das Bundesfinanzministerium befürchtet ein Ende des Aufschwungs.   
Foto: dpaEin schwieriges Wirtschaftsjahr erwarten zahlreiche Experten. Auch das Bundesfinanzministerium befürchtet ein Ende des Aufschwungs. Foto: dpa

Osnabrück. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht ein Ende des jahrelangen Aufschwungs in Deutschland gekommen. Sollte das stimmen, könnten schwere Zeiten drohen. Ein Kommentar.

Es sind pessimistische Töne, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz anstimmt. Mit seiner Aussage, die fetten Jahre seien vorbei, reiht er sich in die Fraktion der Mahner ein, die eine Abkühlung der deutschen Wirtschaft befürchten.

Das Angstwort Rezession macht die Runde. Und in der Tat: Die Indizien für einen Konjunktureinbruch mehren sich. Nicht zuletzt die starken Verluste an den Börsen auf breiter Front in den vergangenen Monaten künden von Ungemach. Überraschend wäre das nicht. Nach einem Jahrzehnt solider Wachstumsraten ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Stimmung kippt. Schließlich wachsen Bäume nicht endlos in den Himmel.

Eine Rezession, so ist zu befürchten, würde Deutschland und die übrigen Euro-Länder diesmal jedoch weit härter treffen als bei vorangegangenen Konjunktureinbrüchen. Denn die wichtigste Waffe der Europäischen Zentralbank, der Leitzins, ist stumpf. Denn dieser liegt schon seit Jahren wegen der Nullzinspolitik der EZB historisch tief, mit teils fatalen Folgen für die Realwirtschaft. Etliche Firmen und Banken, die nur aufgrund der Geldschwemme am Leben geblieben sind, könnten abrupt vor dem Aus stehen. Hinzu kommen südliche Euro-Staaten, die weiter massiv strukturell überschuldet sind. Auch für den vermeintlichen Musterschüler Deutschland droht ein unschönes Erwachen.  


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