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04.01.2019, 19:20 Uhr KOMMENTAR ZUM HACKER-ANGRIFF

Unser Umgang mit Daten - leichtsinnig und unbedarft

Von Michael Seidel


Mit jedem Klick im Internet hinterlassen wir Spuren - und geben so auch Kriminellen die Chance, uns auszuforschen. Foto: Nicolas Armer/dpaMit jedem Klick im Internet hinterlassen wir Spuren - und geben so auch Kriminellen die Chance, uns auszuforschen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Osnabrück. Persönliche Daten und Dokumente vor aller Öffentlichkeit ausgebreitet, das wünscht sich keiner. Aber auch wenn der aktuelle Hacker-Angriff vor allem Politiker und Prominente trifft, betroffen könnten wir alle sein - weil wir zu sorglos mit unseren Daten umgehen. Ein Kommentar.

Datenschützer warnen seit Jahren davor, dass wir mit jedem Klick im Internet Spuren hinterlassen, die „dunklen Mächten“ ermöglichen, uns bis in die intimste Sphäre auszuforschen. Und spätestens seit NSA-Whistleblower Edward Snowden ahnten wir, wie weit auch der Arm von Geheimdiensten in unser aller Privatsphäre reichen könnte, wenn wir auch nur ein verdächtiges Wort im Netz fallen lassen.

Wer auch immer diesen aktuellen Datenklau zu verantworten hat, er hat uns allen eines wieder bewusst gemacht: Wir sind längst nicht mehr Herr unserer Daten. Und unsere Sicherheitsbehörden sind beim besten Willen nicht in der Lage, uns vor Angriffen zu schützen. Allein an der unbedarften Reaktion mancher Fachbehörden kann man ermessen, wie leicht es Cyber-Krieger hätten, in unsere kritischen Infrastrukturen einzudringen.

Vor Jahren schon mahnte ein Spezialist, der intelligente Stromzähler, sogenannte „Smart Meter“ entwickelte, vor fehlenden Standards in Deutschland und vor dem Ausverkauf der Hardware-Produktion ins asiatische Ausland. Heute stammen fast alle elektrischen und elektronischen Schaltkomponenten aus China oder Taiwan – inklusive elektronischer Hintertür.

Der technische Fortschritt wird sich nicht aufhalten lassen. Statt aber auf staatliche Fesselung des von US-amerikanischen Technologieführern beherrschten World Wide Web zu warten, wären wir Bürger gut beraten, bewusster mit unseren eigenen Daten umzugehen.


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