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28.12.2018, 17:48 Uhr KOMMENTAR ZU DIESEL-NACHRÜSTUNGEN

Ein Ende des Abgas-Skandals ist nicht in Sicht

Von Jürgen Muhl


Weniger Schadstoffe sollen nachgerüstete Diesel-Fahrzeuge ausstoßen, das Verkehrsministerium hat nun die Richtlinien für die Umbauten vorgelegt. Die Autobauer bleiben jedoch nach wie vor skeptisch. Foto: Marijan Murat/dpaWeniger Schadstoffe sollen nachgerüstete Diesel-Fahrzeuge ausstoßen, das Verkehrsministerium hat nun die Richtlinien für die Umbauten vorgelegt. Die Autobauer bleiben jedoch nach wie vor skeptisch. Foto: Marijan Murat/dpa

Osnabrück. Es klang wie eine gute Nachricht: Das Verkehrsministerium hat die technischen Vorschriften für Umbauten an Dieselautos vorgelegt. Doch umgehend grätschten die Autobauer, allen VW, dazwischen: Sie warnen vor einem höheren Verbrauch und negativen Folgen für die Zuverlässigkeit der Autos - und lehnen die Haftung für etwaige Folgeschäden ab. Sicher ist bei diesem Hickhack nur: Für den Diesel-Skandal gibt es weiterhin keine Lösung. Ein Kommentar.

Die Automobilindustrie, allen voran der Volkswagen Konzern, hält nichts von Hardware-Umrüstungen älterer Diesel-Fahrzeuge, um die Richtwerte einzuhalten. Damit ist die Gesetzesvorlage des Verkehrsministeriums mit Vorschriften zu Details der Nachrüsttechnik das Papier, auf dem sie steht, nicht wert. Somit wird auch dieser Versuch der Politik, die Diesel-Krise etwas abzumildern, verpuffen.

Zwingen kann das Berliner Ministerium die Hersteller Audi, BMW, Daimler und Volkswagen nicht zu dieser Maßnahme. Und das ist auch gut so, weisen doch die Hersteller auf größere Nachteile wie Mehrverbrauch und erhöhte CO2-Emissionen hin. Es gibt eine große Zahl von Autofahrern, die bereits nachgerüstet haben und diese negativen Auswirkungen bestätigen.

Insofern mögen die Konzerne mit ihrer ablehnenden Haltung richtig liegen. Denn ein nachgebesserter Euro 4-Diesel bleibt eben doch ein Euro 4-Diesel. Die Nachrüstung macht also keinen Sinn.

Sinn macht dann wohl vorerst nur das Modell der Umtauschprämie. Und so ist eines sicher: Was uns auch im neuen Jahr erhalten bleiben wird, ist die Diesel-Affäre, weil es weiterhin an Lösungen fehlt.


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