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27.12.2018, 17:47 Uhr KOMMENTAR ZUR US-AUßENPOLITIK

Trump ist kein Weltpolizist - und das ist gut so

Von Michael Clasen


Nicht überall verhasst: Donald Trump und Melania beim Zwischenstopp auf dem Stützpunkt der US-Luftwaffe in Ramstein. Foto: Andrew Harnik/AP/dpaNicht überall verhasst: Donald Trump und Melania beim Zwischenstopp auf dem Stützpunkt der US-Luftwaffe in Ramstein. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa

Osnabrück. Bei seinem überraschenden Truppenbesuch im Irak bekräftigte US-Präsident Donald Trump seine Abzugspläne für Syrien. "Die USA können nicht weiter der Weltpolizist sein."

Die USA wollen kein Weltpolizist mehr sein. Das sagt Präsident Trump und erntet wieder harsche Kritik – selbst von denen, die sonst einen US-Imperalismus beklagen. Dabei waren die USA nach Ende des Kalten Kriegs widerwillig in die Rolle der alleinigen globalen Ordnungsmacht gerutscht. Auch weil die UN versagte, wie der Völkermord in Ruanda mit rund einer Million Toten zeigte. Die Befriedung der Bürgerkriege in Jugoslawien oder die Befreiung Kuwaits waren positive Beispiele amerikanischer Missionen. Doch schon damals zeigte sich: Statt Dankbarkeit schlug den USA Wut entgegen – auch in Bündnisländern wie Deutschland, wo der Anti-Amerikanismus aufblühte.  

 Der Terror vom 11. September 2001 , die sich anschließenden Kriege in Afghanistan und im Irak sowie die Interventionen in Libyen und Syrien haben die USA an die Grenzen ihrer Macht geführt. Nicht nur, dass die Ziele wie das Schaffen von Frieden und Stabilität nirgends erreicht wurden. Auch die Zahl der Toten erreicht Dimensionen, die die Militärinterventionen äußerst fragwürdig erscheinen lassen. Zudem: Viele US-Bürger sind es leid, Milliarden über Milliarden für den Wiederaufbau fremder Länder auszugeben, wenn im eigenen Land die Brücken bröckeln.

Trump will die USA aus der Weltpolitik zurückziehen, wie die Interessen seines Landes es zulassen. Er sucht deshalb die Verständigung mit Russland in Syrien oder mit China in Nordkorea. Der moralische Eifer, die Welt mit vorgehaltener Waffe mit Demokratie zu beglücken, ist ihm jedenfalls fremd.  


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