Drei Fragen an Didier Reynders Belgiens Außenminister setzt auf eine Stärkung der EU im UN-Sicherheitsrat

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"Brückenbauen gehört zu unserer DNA", sagt Belgiens Außenminister und Vizeregierungschef Didier Reynders. Foto: Nicolas Maeterlinck"Brückenbauen gehört zu unserer DNA", sagt Belgiens Außenminister und Vizeregierungschef Didier Reynders. Foto: Nicolas Maeterlinck

Osnabrück. Neben Deutschland wird auch Belgien zum Jahreswechsel als vorübergehendes Mitglied im UN-Sicherheitsrat Platz nehmen und sich in den kommenden zwei Jahren eng mit Berlin abstimmen. Belgiens Außenminister Didier Reynders über damit verbundene Hoffnungen und Erwartungen.

Herr Minister Reynders, der Ruf des Sicherheitsrates ist nicht erst angeschlagen, seit US-Präsident Trump ihn als Quasselbude bezeichnet hat. Kritiker mahnen, es fehle der Institution als Friedensgremium an Durchsetzungsfähigkeit. Zu Recht?  

Wenn ein Land sein Veto einsetzt, um eine bestimmte Angelegenheit zu blockieren, liegt die Verantwortung für die Blockade eher bei diesem Land als bei den Vereinten Nationen. Die einzig mögliche Antwort auf globale Fragen ist aber die Zusammenarbeit. Uns kommt also eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des Multilateralismus zu. Es gibt keinen besseren Ort dafür als im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Belgien unterstützt nachdrücklich die fortgesetzten Bemühungen um mehr Transparenz, Einbeziehung und Verantwortlichkeit in der Arbeit des Sicherheitsrats. Da wir keine nationale Agenda haben, möchten wir dazu beitragen, auf diesem Weg Fortschritte zu erzielen.

Was kann Ihr Land denn leisten, um das Vertrauen in den Sicherheitsrat zu stärken?

Die Agenda des UN-Sicherheitsrats ist weitgehend von den weltweiten Ereignissen und den Erfordernissen der Verwaltung der vom Sicherheitsrat beauftragten Operationen und Missionen bestimmt. Der Zusammenhalt seiner 15 Mitglieder bestimmt den Erfolg oder Misserfolg des Sicherheitsrates als Institution. Belgien beabsichtigt in dieser kollektiven Arbeit ein konstruktiver, vertrauenswürdiger und transparenter Partner zu sein. Wir werden uns bemühen, unsere traditionell versöhnliche Rolle mit Pragmatismus, gesundem 

Der Zusammenhalt seiner 15 Mitglieder bestimmt den Erfolg oder Misserfolg des Sicherheitsrates als Institution.Didier Reynders, Außenminister und Vizeregierungschef Belgiens.

Menschenverstand und Respekt für die Werte, für die wir stehen, zu nutzen. Unser Motto "Konsensbildung. Für den Frieden handeln" ist Teil unserer belgischen DNA. Das heißt: Brücken zwischen Ländern, zwischen Gemeinschaften und Gruppen zu bauen und Kompromisse zu suchen, wie schwierig sie auch sein mögen, und Lösungen zu finden, in denen sich alle Parteien wiederfinden können. 

Wie geht es mit den angespannten transatlantischen Beziehungen weiter?

Belgien wird im Einklang mit seinem europäischen Engagement bestrebt sein, das Gewicht der EU in den Vereinten Nationen, insbesondere im Sicherheitsrat, zu stärken. Es geht darum, die europäische Diplomatie mit der individuellen Diplomatie jedes Mitgliedstaats in Einklang zu bringen und dann dieselbe Nachricht mit verschiedenen Stimmen vorzutragen. Wir werden auf eine stärkere Europäische Union auf internationaler Ebene hinarbeiten, wie dies auch schon außerhalb des Sicherheitsrats der Fall ist.


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