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27.12.2018, 15:06 Uhr PERSONALDEBATTE IN DER CDU

Warum Kramp-Karrenbauer Platz für Friedrich Merz schaffen sollte

Von Tobias Schmidt


Verbündete statt Konkurrenten - Kramp-Karrenbauer muss Friedrich Merz einbinden
Foto: Jan Woitas/dpa-BildfunkVerbündete statt Konkurrenten - Kramp-Karrenbauer muss Friedrich Merz einbinden Foto: Jan Woitas/dpa-Bildfunk

Berlin. Das Trommeln für Friedrich Merz geht weiter. Wirtschaftsrat, Südwest-CDU, EU-Kommissar Oettinger: alle bauen den unterlegenden Kandidaten im Rennen um den CDU-Vorsitz zur Gallionsfigur auf, die, wenn nicht gleich mit der Kanzlerkandidatur, so doch wenigstens mit einem Posten als Bundesminister bedacht werden müsse.

Die Merz-Fans und Merz' Werben in eigener Sache haben Annegret Kramp-Karrenbauer zu einem ersten Fehler provoziert. Mit ihrer patzigen Replik, das Kabinett sei vollzählig, zeigte sie sich wenig souverän und stärkte ihre Widersacher. Die Fliehkräfte werden größer, kaum dass Angela Merkel ihren Platz geräumt hat.  

Dabei offenbart der Streit über Merz gerade die Schwachstellen der Merkel-CDU: Eine Wirtschaftspolitik ohne Ambitionen und die Vernachlässigung der Sorgen, die viele Bürger rechts der Mitte umtreibt. Zu Recht wird Merz zugetraut, an beiden Flanken das Profil der CDU zu schärfen. Kramp-Karrenbauer wäre daher gut beraten, Merz tatsächlich eine wichtige Rolle anzubieten.

Justizministerin Katarina Barley wird ihren Posten im Frühjahr wegen der Europa-Wahl räumen. Spätestens dann ist das Regierungsteam nicht mehr komplett und es böte sich Anlass für eine Kabinettsumbildung, bei der auch Platz für Merz geschaffen werden könnte.


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