Nach Tod von Migrantenkindern US-Ministerin will Umgang mit Kindern an Grenze verbessern

Von dpa

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Ein Einwandererkind sieht aus der vergitterten scheibe eines Busses der US-Border Border Patrol. Foto: David J. Phillip/APEin Einwandererkind sieht aus der vergitterten scheibe eines Busses der US-Border Border Patrol. Foto: David J. Phillip/AP

Washington. Zum zweiten Mal in einem Monat ist ein Migrantenkind aus Guatemala nach seiner Festnahme durch US-Grenzbehörden gestorben. Nun schaltet sich die US-Heimatschutzministerin ein.

Nach dem Tod eines weiteren Kindes im Gewahrsam der US-Grenzschutzbehörde will US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen die Versorgung von jungen Migranten an der Grenze verbessern.

Kinder sollten nach ihrer Einreise früher und intensiver medizinisch untersucht werden, teilte Nielsen am Mittwoch (Ortszeit) mit. Sie habe das Verteidigungsministerium auch nach Unterstützung für die medizinische Versorgung an der Grenze gebeten. Außerdem habe sie bei Gesprächen mit Mexiko angeregt, dass Migranten auch in den Unterkünften die nötige gesundheitliche Betreuung bekämen.

Zugleich rief Nielsen den US-Kongress auf, die nötigen Haushaltsmittel für den Grenzschutz bereitzustellen und die Grenzsicherung zu verbessern, um den Ansturm von Migranten insgesamt zu verringern. Die Ministerin kündigte an, sie wolle noch in dieser Woche an die Grenze reisen, um sich selbst ein Bild von der medizinischen Versorgung dort zu machen.

An Weihnachten war ein Kind aus Guatemala im Gewahrsam der US-Grenzbehörden ums Leben gekommen. Der Achtjährige starb in der Nacht zu Dienstag in einem Krankenhaus im US-Bundesstaat New Mexico, nachdem er wegen Anzeichen einer Erkrankung dorthin gebracht worden war. Die Todesursache sei noch unklar. Erst Anfang Dezember war ein sieben Jahre altes Mädchen nach seiner Festnahme durch US-Grenzbehörden an Dehydrierung gestorben.

Nielsen sprach von einer „Tragödie“. In den vergangenen Monaten habe die Zahl von Familien und unbegleiteten Kindern, die illegal über die Grenze in die USA kämen, dramatisch zugenommen. Angestiegen sei auch die Zahl derer, die krank seien bei ihrer Ankunft in den USA. Das verschärfe die Lage. Die Ministerin sagte, im Haushaltsjahr 2018 - also zwischen Anfang Oktober 2017 und Ende September 2018 - seien sechs Migranten in US-Gewahrsam gestorben. „Darunter waren keine Kinder“, betonte sie.


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