Cola und die AfD Björn Höcke wirbt für Vita Cola – Homosexuelle feiern ihn dafür

Björn Höcke gilt als homophob. Foto: dpa/Bodo SchackowBjörn Höcke gilt als homophob. Foto: dpa/Bodo Schackow

Hamburg. Björn Höcke schreibt das nächste Kapitel der Geschichte um Cola und die AfD. Auch er setzt sich dabei in die Nesseln.

Die Geschichte zwischen dem koffeinhaltigen Erfrischungsgetränk und der Alternative für Deutschland (AfD) scheint kein Ende nehmen zu wollen. Nachdem der Stein von der Initiative "AfDventskalender" ins Rollen gebracht wurde, ließ die AfD kaum ein Fettnäpfchen auf dem Weg aus, sich für die Bloßstellung zu revanchieren. Nun legte Björn Höcke nach.

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Der Stachel, den Coca-Cola mit der Legitimation eines Anti-AfD-Plakats setzte, sitzt offenbar tief bei der AfD. Anders ist die Vielzahl an medialen Inszenierungen mit Konkurrenz-Produkten zumindest kaum zu erklären. Allerdings haben die Verantwortlichen dabei bislang kein gutes Händchen bewiesen. Die erste Gegenaktion der AfD brachte der Partei die Androhung rechtlicher Schritte seitens Pepsi und bei der zweiten Protestaktion warb der AfD-Politiker Malte Kaufmann mit der bekennenden linkspolitischen Fritz Kola, die sich dazu umgehend über Twitter positionierten:

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Jetzt wollte der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke seinen Parteikollegen zeigen, wie man Coca-Cola richtig boykottiert und erntet dafür sogar erstmals Applaus. Jedoch darf bezweifelt werden, ob Höcke die Ecke, aus der der Beifall stammt, auch zusagt. 

Denn unter dem Boykott-Tweet von Björn Höcke, der darauf verweist, dass man in Thüringen Vita Cola trinke, bedanken sich viele dafür, dass sich der AfD-Politiker so toll für die "Gay-Community" einsetze. Weshalb? Weil Vita-Cola dafür bekannt ist, für ihre Produkte mit homosexuellen Pärchen auf Plakaten zu werben. 

Eigentlich ja eine tolle Sache, aber Höcke gilt als homophob. In der Vergangenheit meinte er dazu, Homosexualität sei höchstens "ertragbar" und Gender-Mainstreaming nannte er "Geisteskrankheit". In einem Facebook-Post warf er dem Thüringer Landeschef Bodo Ramelow sogar vor, er würde Klassenfahrten streichen, um dafür "Analsex-Workshops" zu finanzieren.

Inzwischen hat sich auch Vita Cola zu dem Höcke-Tweet geäußert. Auf Nachfrage von "Volksverpetzer" gab der Konzern bekannt: "Die von Björn Höcke in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Vita Cola getätigten Äußerungen waren uns im Vorfeld nicht bekannt und wurden von uns weder autorisiert noch beauftragt." Weiterhin distanziert Vita Cola sich von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung und betont, dass man für Weltoffenheit und Toleranz stehe.


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