Ein Bild von Manuel Glasfort
09.12.2018, 15:49 Uhr TRUMP WECHSELT STABSCHEF AUS

Kelly wird nicht der letzte Abgang bleiben

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


John Kelly (rechts) und Donald Trump hatten ihre Differenzen. Nun hat der Präsident seinen Stabschef zum Jahreswechsel entlassen. Foto: AFPJohn Kelly (rechts) und Donald Trump hatten ihre Differenzen. Nun hat der Präsident seinen Stabschef zum Jahreswechsel entlassen. Foto: AFP

Osnabrück. Hire and fire, heuern und feuern, unter dieser Devise lässt sich Donald Trumps Personalpolitik zusammenfassen. Wer nicht unterwürfig genug ist, muss gehen oder geht von sich aus. Stabschef John Kelly ist der jüngste Eintrag auf der langen Liste der am US-Präsidenten gescheiterten Mitarbeiter. Und eines scheint sicher: Er wird nicht der letzte bleiben.

Es verheißt nichts Gutes, wenn es selbst einem disziplinierten Ex-General wie Kelly nicht gelingt, den impulsiven Donald Trump zu zügeln. Immerhin gebührt Kelly das Verdienst, Trumps radikalen Einflüsterer Stephen Bannon aus dem Weißen Haus entfernt zu haben. Nun ist er selbst an der Reihe. Überhaupt geht die Zeit der Militärs in der Administration offenbar zu Ende. Nach dem Abgang von Michael Flynn, Herbert Raymond McMaster und nun Kelly bleibt nur noch Verteidigungsminister James Mattis im Amt. 

Kelly dürfte seinem Job im Weißen Haus kaum nachtrauern. Im privaten Kreis soll er seinen Boss einen Idioten genannt haben – übrigens ebenso wie Ex-Außenminister Rex Tillerson, dem Trump jüngst üble Schmähungen hinterher warf.

Trump wird sich einen neuen Stabschef suchen, der keine Widerworte leistet und die Kampagne für seine Wiederwahl effizient organisiert. Doch wer immer das Büro von Kelly übernimmt, sollte sich darin nicht allzu häuslich einrichten.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN