Personalentscheidung von Kramp-Karrenbauer Paul Ziemiak wird neuer CDU-Generalsekretär

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Paul Ziemiak, der Vorsitzende der Jungen Union (JU), wird neuer Generalsekretär der Christdemokraten. Die Berufung des 33-Jährigen  ist die erste Personalentscheidung der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: AFPPaul Ziemiak, der Vorsitzende der Jungen Union (JU), wird neuer Generalsekretär der Christdemokraten. Die Berufung des 33-Jährigen ist die erste Personalentscheidung der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: AFP

Hamburg. Und noch ein Gewinner bei der Union: Paul Ziemiak, der Vorsitzende der Jungen Union (JU), wird neuer Generalsekretär der Christdemokraten. Die Berufung des 33-Jährigen ist die erste Personalentscheidung der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Die 56-Jährige will mit ihrem Vorschlag eine tiefere Spaltung der Partei verhindern. Sie selbst war zuvor Generalsekretärin gewesen.

Der CDU-Bundesparteitag wählte Ziemiak mit 62,8 Prozent der Stimmen. Dies sei ein „ehrliches Ergebnis“, sagte der Gewählte. „Ehrlich“ wird es in der Politik genannt, wenn Wahlergebnisse mäßig ausfallen. Ziemiak gilt als Freund von Gesundheitsminister Jens Spahn (38), der im Rennen um den Vorsitz unterlegen war. In der Union werfen nun manche Delegierte Ziemiak einen „Seitenwechsel“ vor. „Bösartig“ nennen Anhänger von Spahn und Ziemiak derlei Interpretationen. Auch Ziemiak hob hervor: „Heute ist ein neuer Tag, heute geht es um die Geschlossenheit der CDU.“ Kramp-Karrenbauer stellte dagegen klar: „Es stimmt nicht, was heute geschrieben wurde. Diese Partei ist nicht gespalten."

Sie begründete ihre Entscheidung für Ziemiak mit dem Hinweis, dass die Union professionell vorgehen müsse, wenn sie Jüngere zum Parteieintritt bewegen wolle. Sie habe schon sehr früh mit dem JU-Chef das Gespräch gesucht. Ziemiak habe das Angebot „reizvoll“ genannt, dies aber bisher abgelehnt mit dem Hinweis, dass er loyal zu den NRW-Kandidaten Spahn und Friedrich Merz stehe. Nach deren Niederlage habe er dann doch zugesagt.

Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik

Tatsächlich gehört der verheiratete Vater eines kleinen Sohns zusammen mit Spahn und dem Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, zu den jungen Christdemokraten, die finden, Kanzlerin Angela Merkel habe die Partei - in der Flüchtlings-, Sozial- oder Sicherheitspolitik - zu weit nach links gerückt, und die gerne das konservative Profil der Union schärfen würden. „Merkels junger Widersacher“ betitele die „Süddeutsche Zeitung“ ein Porträt Ziemiaks, der sich öffentlich zurückhielt und erkennbar für die Zeit nach Merkel plante.

Ziemiaks Distanz zum Flüchtlingskurs der Kanzlerin ist laut „SZ“ mit Blick auf seine eigene Biografie überraschend: Er wurde als Sohn von Aussiedlern im polnischen Stettin geboren, kam erst mit drei Jahren nach Deutschland, lebte zusammen mit seiner Familie zunächst im Auffanglager und lernte erst später Deutsch. In die Junge Union in Iserlohn trat er schon als Vierzehnjähriger ein. Sein Jurastudium schloss Ziemiak nicht ab, stattdessen verfolgte er zielstrebig seine politische Karriere.2014 setzte er sich in einer Kampfkandidatur gegen Benedikt Pöttering aus Bad Iburg durch. Seither wurde als Chef der 105.000 Mitglieder starken Nachwuchsorganisation JU zwei Mal bestätigt.

Am Vortag hatte der CDU-Bundesparteitag in Hamburg mit 51,7 Prozent die frühere saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer in einer Kampfabstimmung gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz zur Nachfolgerin von Kanzlerin Angela Merkel zur CDU-Vorsitzenden gewählt. Sie hatte nur 35 Stimmen mehr als Merz. Angesichts des knappen Ergebnisses rief Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) seine Partei zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf. „Allen ist nach dieser Wahlentscheidung klar, dass die CDU nur stark ist, wenn alle Parteimitglieder und alle Parteiflügel an einem Strang ziehen“, sagte Brinkhaus.


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