Ausbeutung in Spielzeugproduktion Von Freud und Leid: Nachdenken über Weihnachten

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Weihnachtsgeschenke unter einem geschmücktem Christbaum. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaWeihnachtsgeschenke unter einem geschmücktem Christbaum. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Osnabrück. Des einen Freud, des anderen Leid: In der Spielzeugproduktion für Weihnachten haben Beschäftigte in chinesischen Fabriken einer Studie zufolge bis zur Erschöpfung arbeiten müssen. Das sollte Mahnung sein, sich zu Weihnachten einige grundsätzliche Gedanken zu machen. Ein Kommentar.

Welch harte Kontraste: Hier leuchtende Kinderaugen, glückliche Mädchen und Jungen, die sich an Weihnachten über neues Spielzeug freuen – und dort ein Heer schlecht bezahlter chinesischer Arbeiterinnen und Arbeiter, die bis zur Erschöpfung geschuftet haben, um all die schönen Waren zu produzieren. Weihnachten ist nicht nur ein großes Fest der Freude und des Schenkens, sondern auch Mahnung, dass Arbeits- und Menschenrechte vielerorts nur auf dem Papier stehen.

Denn China ist nur eines von vielen Beispielen. Ausbeutung ist rund um den Globus in zahlreichen Ländern auf der Tagesordnung, etwa in Indien, Pakistan und Bangladesch, ebenso in vielen süd- und mittelamerikanischen Staaten, ja selbst in Westeuropa. Besonders erschütternd: Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Jungen Opfer ausbeuterischer Kinderarbeit. Und 25 Millionen Menschen führen das Leben von Sklaven, so die Vereinten Nationen.

Das ist eine enttäuschende Bilanz 70 Jahre nach der Verabschiedung der allgemeinen Menschenrechtserklärung. Doch niemand muss sich damit abfinden: nicht die Politik, die schärfere Gesetze beschließen kann; nicht Importeure und Einzelhändler, die auf faire Produktion drängen können; und auch nicht die Verbraucher, die zweifelhafte Billigwaren liegen lassen sollten. Ohne Druck der Abnehmer wird sich nichts ändern.


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