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07.12.2018, 17:36 Uhr KOMMENTAR ZUM CDU-BUNDESPARTEITAG

Annegret Kramp-Karrenbauer, die nächste deutsche Kanzlerin

Von Burkhard Ewert


Die Siegerin brach in Tränen aus: Annegret Kramp-Karrenbauer (links) wurde mit 51,75 Prozent zur neuen CDU-Parteichefin gewählt. Angela Merkel gratuliert. Foto: Odd Andersen/AFPDie Siegerin brach in Tränen aus: Annegret Kramp-Karrenbauer (links) wurde mit 51,75 Prozent zur neuen CDU-Parteichefin gewählt. Angela Merkel gratuliert. Foto: Odd Andersen/AFP

Hamburg. Es ist kaum erkennbar, was die Opposition der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer entgegensetzen kann, zumal Friedrich Merz und Jens Spahn das Profil der Partei wieder und weiter in konservative Kreise tragen werden. Ein Kommentar.

Respekt. Die CDU hat ihre neue Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kämpferisch, transparent und stilvoll bestimmt. Die Kandidaten waren stark, sie blieben fair. Selbst der innerste Zirkel hatte keine Ahnung, wie die Wahl ausgehen wird. 

Würdevoll gelang auch der Ausstand von Angela Merkel, die der CDU die Position als Volkspartei in einer Zeit erhalten konnte, in der Interessen und Lebenswelten zersplittern. Die Leistung ist europaweit einmalig.

Die Kosten dafür waren freilich hoch. Was Merkel in der Mitte holte, entschwand im konservativen Milieu. Dies war die offene Flanke, die Friedrich Merz bediente, der auf dem Parteitag mehr Bedeutung der individuellen Freiheit, mehr Respekt für wertkonservative Haltungen und mehr Staatsferne im Wirtschaftswesen verlangte.

Die Delegierten entschieden anders. Sie wählten mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine Vorsitzende, die für Kontinuität steht. Sie wählten zugleich die Person, die aller Wahrscheinlichkeit nach die nächste deutsche Bundeskanzlerin sein wird. Dies ist zumal dann wahrscheinlich, wenn Jens Spahn und Merz loyal sind und die beiden Männer die konservativen Kreise hinter „AKK“ versammeln können. 

Bitter für SPD und Grüne: An einem kernigen und ideologisch pointierten Widersacher können sie sich weiterhin nicht abarbeiten. Sie hätten von einem greifbareren Gegenpol profitiert. So bleibt die CDU dezidiert in der Mitte - in ihrer Mitte. 

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