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05.12.2018, 18:56 Uhr EXPERTEN BEKLAGEN AUSBEUTUNG

Wer wird hier ausgenutzt? Migration hat viele Gesichter

Von Uwe Westdörp


Dauerthema Migration: Zwei Männer gehen in Berlin am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Bundesallee vorbei. Foto: Christoph Soeder/dpaDauerthema Migration: Zwei Männer gehen in Berlin am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Bundesallee vorbei. Foto: Christoph Soeder/dpa

Osnabrück. Migration ist und bleibt ein Reizthema. Doch wer nutzt hier eigentlich wen aus? Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat dazu eine bemerkenswerte Studie vorgelegt. Danach ist ein Teil der Arbeitsmigranten „von schwerer Arbeitsausbeutung betroffen“. In der öffentlichen Diskussion geht das viel zu oft unter. Ein Kommentar.

Eines vorweg: Der allergrößte Teil der Arbeitgeber verhält sich absolut korrekt. Doch zugleich reißen die Meldungen über skandalöse Ausbeutung von Migranten nicht ab. Ein großer Aufreger ist das in der breiten Öffentlichkeit meistens nicht – ganz anders als etwa der UN-Migrationspakt.

Verwunderlich ist das Wegsehen nicht: Denn die üble Behandlung schwer arbeitender Menschen passt natürlich nicht ins Bild derjenigen, die Migranten in erster Linie als Bedrohung betrachten, die ihnen etwas streitig machen oder wegnehmen könnten.

Dabei hat Migration viele Gesichter. Man denke nur an Erntehelfer, Saisonarbeiter, Pflegekräfte, IT-Spezialisten und Ärzte – allesamt gefragte Arbeitskräfte, die Wohlstand und Wachstum mehren.

Natürlich gibt es auch diejenigen, die sich nicht integrieren lassen oder sich der Integration verweigern. Und selbstverständlich muss Zuwanderung klar reglementiert sein.

Doch ist es keine ausreichende Lösung, Quoten festzulegen und Grenzen zu kontrollieren. Denn Migration ist eine globale Herausforderung. Sie bedarf der internationalen Zusammenarbeit. Und es muss sich nicht nur in Deutschland und Europa etwas ändern, sondern auch dort etwas verbessern, wo die Migration ihren Ursprung hat. Der UN-Migrationspakt kann dazu beitragen.


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