Gesundheitspolitische Sprecherin Klein-Schmeink Bessere Arbeitsbedingungen für Therapeuten: Grüne kritisieren Spahns Plan als „halbherzig“

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Unter anderem die Gehälter von Physiotherapeuten sollen spürbar steigen, fordern die Grünen. Foto: dpaUnter anderem die Gehälter von Physiotherapeuten sollen spürbar steigen, fordern die Grünen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Grünen kritisieren die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der die Arbeitsbedigungen für Heilberufler verbessern will, als halbherzig. „Der große Wurf ist es nicht geworden. Der Gesundheitsminister geht zwar in Teilen richtige Schritte, aber er bleibt auf dem halben Weg stehen“, kritisierte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, gegenüber unserer Redaktion.

Zwar würden Löhne nun nicht mehr anhand eines viel zu niedrigen Einkommensdurchschnitts berechnet, „eine tatsächliche Vergütung aller Leistungen, die Therapeuten erbringen, findet jedoch nicht statt. Da hilft die Angleichung an das bislang bundesweit höchste Entgelt noch nicht wirklich weiter.“

Die Vergütung solle sofort erheblich angehoben werden, forderte Klein-Schmeink. Auch die Zeit, die Therapeuten in Bürokratieaufwand und Büroorganisation investieren, müsse bezahlt werden. „Mittelfristig brauchen wir eine Gebührenordnung für Heilmittelerbringer“, sagte die Grünen-Politikerin. Zudem sollten Therapeuten künftig nicht nur über die Art der Therapie mitentscheiden. Wie europaweit üblich müssten sich Patienten auch direkt an Therapeuten wenden können - ohne dass ein Arzt dies verschreiben müsse. Und: „Um die Berufe aufzuwerten, muss endlich die akademische Ausbildung gesetzlich verankert werden.“

Bundesweit sollte nach dem Vorbild vieler Länder die Schulgeldfreiheit eingeführt werden: „Therapeuten als wichtige Versorger in der alternden Gesellschaft müssen konsequent als eigenständige Akteure in regionale patientenorientierte Versorgungskonzepte eingebunden werden“, sagte Klein-Schmeink. Budgets und finanzielle Begrenzungen dürften eine bedarfsgerechte Versorgung zudem nicht aushebeln.


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