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05.12.2018, 12:46 Uhr KOMMENTAR

Krankenkassen horten Rücklagen: Gebt das Geld zurück!

Von Stefanie Witte


Die Krankenkassen verfügen aktuell über 21 Milliarden Euro an Rücklagen. Foto: dpaDie Krankenkassen verfügen aktuell über 21 Milliarden Euro an Rücklagen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Geldberg, auf dem die Krankenkassen sitzen, umfasst unvorstellbare 21 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Eigentlich sollten die Kassen maximal ein Viertel dieser Summe als Rücklage besitzen. Es wäre also sinnvoll, das Geld auf soziale Weise zu investieren und die zahlenden Mitglieder zu entlasten.

Ab dem nächsten Jahr muss zum Beispiel jeder Beitragszahler mehr in die Pflegeversicherung einzahlen. Im Gegenzug wäre es nur fair, wenn die Krankenkassenbeiträge endlich rasch sinken. Zusätzlich könnte das Geld für eine bessere Patientenversorgung – etwa durch Physio- und Psychotherapie genutzt werden. In beiden Bereichen beklagen Patienten und Experten eine Unterversorgung.

Und wenn die Kassen schon so gefüllt sind, könnte man jetzt über die langfristige Ausrichtung von Kranken- und Pflegeversicherung nachdenken. Die Gesellschaft wird weiter altern; mehr Menschen werden auf Pflege angewiesen sein – und die können oder wollen Angehörige nicht mehr im gleichen Maße leisten wie in vergangenen Jahrzehnten.

Also muss es jetzt darum gehen, die Weichen für eine langfristige, menschenwürdige Versorgung zu stellen. Da lohnt es, über den Vorschlag des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministers Heiner Garg (FDP) nachzudenken: Der empfiehlt, Kranken- und Pflegeversicherung zusammenzulegen.


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