Exklusive NOZ-Leserreise So tickt das politische Berlin

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Stopp an der Gedenkstätte Bernauer Straße: Hier teilte einst die Mauer die Stadt. Stadtführer und Architekt Richard Ollig zeigt den NOZ-Lesern, wie sich Berlin gewandelt hat. Foto: Melanie Heike SchmidtStopp an der Gedenkstätte Bernauer Straße: Hier teilte einst die Mauer die Stadt. Stadtführer und Architekt Richard Ollig zeigt den NOZ-Lesern, wie sich Berlin gewandelt hat. Foto: Melanie Heike Schmidt

Berlin. Wie es ist, Spitzen-Politiker einmal persönlich zu treffen, konnten die Teilnehmer der ersten NOZ-Leserreise ins politische Berlin hautnah erleben. Beim exklusiven Blick hinter die Kulissen wurde nicht nur diskutiert und gestaunt, sondern auch gelacht.

Der Politbetrieb in der Hauptstadt ist schnell, hart und voller Fallstricke, die Amt oder Würde, manchmal auch beides kosten können. Erstaunlich, dass manchen Politikern drei Sätze genügen, um immer Herr der Lage zu sein. Erstens: „Da müssen wir noch mal ran.“ Zweitens: „Das wird aber nicht billig.“ Und drittens: „Das hat mein Vorgänger versaut.“ Diesen pfiffigen Polit-Kniff haben die insgesamt 37 Teilnehmer der ersten NOZ-Leserreise ins politische Berlin im rasanten Theaterstück „Zwei Zimmer, Küche: Staat!“ gelernt, derzeit in Berlin zu sehen im berühmten Kabarett Theater „Distel". 

Das Kabarett-Theater Distel in Berlin ist berühmt für bissige Stücke über die Tricks und Tücken der Politik. Foto: Melanie Heike Schmidt

Darin wehrt sich eine resolute, bauernschlaue Rentnerin – ausgestattet mit der gefürchteten Berliner Kodderschnauze – gegen die drohende Gentrifizierung, indem sie in ihrer winzigen Zweizimmerwohnung einen eigenen Staat ausruft. Was am Ende dafür sorgt, dass sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in der „Freien Republik Dorotheanien“ zum Staatsbesuch einschneien – und die NOZ-Leser Tränen lachten über einen herrlich selbstironischen Trump und eine ungeahnt witzige, sogar sportliche Angela Merkel, die einen kühnen Sprung aufs Sofa hinlegt. Ein kluges, herrlich komisches Stück über die Tricks und Tücken der Politik, das perfekt in das randvolle wie anspruchsvolle Programm der NOZ-Leserreise passte. Denn wenn drei Dutzend Leser gemeinsam nach Berlin fahren, um einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des dortigen Politikbetriebs zu werfen, ist Politik selbstverständlich das Gesprächsthema Nummer eins. Und so viel es im Kabarett zu lachen gab, so viel gab es auch zu entdecken und zu besprechen an diesen vier prallgefüllten Tagen in der Hauptstadt.  

Vier volle Tage in der Hauptstadt erwarteten die Leser bei der ersten NOZ-Leserreise ins politische Berlin. Foto: Melanie Heike Schmidt


Tag eins: Im TV-Studio

Das fing schon auf der Busfahrt an: „Wir müssen über die EU, wir müssen über Italien reden“, schlug der Erste vor. „Über die CDU-Parteichef-Kandidaten, vor allem über Friedrich Merz“, sagte der Nächste. „Über VW“, so der Übernächste. „Und über Politiker. Und darüber, wie Journalisten arbeiten und wie das alles in die Zeitung kommt“, ergänzte eine Leserin. In Berlin angekommen, bot Ralf Geisenhanslüke, Chefredakteur der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, im Begrüßungsgespräch bereits Einblicke in die sich wandelnde Medienwelt. 

Im folgenden Gespräch mit Mathias Middelberg, CDU-Landesgruppenchef im Bundestag, entspann sich gleich eine angeregte Debatte über die Flüchtlingsfrage, über die aktuell wenig glanzvolle Streitkultur in der Politik und auch über die Wirtschaftslage in Italien sowie die Spannungen zwischen Rom und Brüssel. Optimistisches Fazit: Der Markt wird es richten, und Italien bleibt verlässliches Mitglied der EU. Und auch die Streitkultur scheint noch nicht verloren. Bei der Flüchtlingspolitik indes könnte man es so sagen: „Da müssen wir noch mal ran.“

CDU-Landesgruppenchef Mathias Middelberg (rechts, stehend) und NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke (Mitte) begrüßten die NOZ-Leser im Hotel Maritim. Foto: Melanie Heike Schmidt

Das Abendprogramm versprach weiterhin hohes Niveau: Als Überraschungsgast zum Dinner schaute Boris Pistorius (SPD), Innenminister des Landes Niedersachsen, vorbei, um – wie nicht unüblich bei Top-Politikern – sich alsbald wieder zu verabschieden. Bei Spitzen-Politikern jagt ein Termin den nächsten, auch das ist eine Erkenntnis dieser Leserreise.

Dies galt allerdings auch für die Leser selbst, schließlich wurden sie am späten Abend als Zuschauer beim Live-Polit-Talk „Maybrit Illner“ im ZDF-Hauptstadtstudio erwartet. 

Das Schild des ZDF-Hauptstadtstudios darf fotografiert werden, im Studio selbst sind Handys verboten. Die NOZ-Leser besuchten hier die Live-Talkshow "Maybrit Illner". Foto: Melanie Heike Schmidt


Dass eine Talkshow auch ohne Polemik über die Bühne gehen kann, stellten die Teilnehmer der NOZ-Leserreise bei ihrem Besuch bei "Maybrit Illner" im ZDF-Hauptstadtstudio fest. Foto: Melanie Heike Schmidt

Dort erlebten sie aus allernächster Nähe, wie die Gäste der Show, darunter der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber und Justizministerin Katarina Barley (SPD), erfreulich differenziert über den bevorstehenden Brexit debattierten. Auch dass – für den TV-Zuschauer normalerweise unsichtbar – bei der Show sechs Kameras im Einsatz sind, um Moderatorin und Studiogäste ins rechte Bild zu rücken, sorgte für Erstaunen. 

Die Zuschauer bei "Maybrit Illner" müssen während der Show ihre Handys abgeben. Das Plakat mit der Moderatorin durfte kurz vorher aber noch aufs Foto gebannt werden. Foto: Melanie Heike Schmidt

Richtig spannend wurde es, als Illner einige Minuten überzog, was ihr Team hinter den Kulissen sichtbar in Unruhe versetzte. Schließlich wartete schon Kollege Markus Lanz darauf, mit seiner Sendung starten zu können. Illner jedoch, die den Polit-Talk bereits seit 1999 moderiert, blieb unbeeindruckt und verabschiedete ihre Gäste in aller Ruhe. „Lohnenswert und spannend“, ein „echter Blick hinter die Kulissen“, resümierten die NOZ-Leser.


Tag zwei: Mit spitzer Feder

Nach einer kurzen Nacht ging das volle Programm weiter, und zwar mit einem Besuch im Bundesfinanzministerium. Das Gebäude ist ein von Josef Goebbels in Auftrag gegebener Prachtbau, der die Gigantomanie der Nationalsozialisten erahnen lässt. 

Das mächtige Gebäude, in dem heute das Bundesfinanzministerium untergebracht ist, stammt aus der Zeit des Nationalsozialismus. Foto: Melanie Heike Schmidt

Heute arbeiten in dem geschichtsträchtigen, beeindruckenden Bau rund 1000 Mitarbeiter des Finanzministeriums. 

Der größte Saal im heutigen Bundesfinanzministerium hat eine Deckenhöhe von gut neun Metern. Foto: Melanie Heike Schmidt

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat dort sein Büro. Den traf die Gruppe zwar an diesem Morgen nicht an, stattdessen folgte jedoch ein anderes Highlight der Reise: In der schmucken niedersächsischen Landesvertretung erwartete erwartete sie Burkhard Ewert. Der Stellvertretende Chefredakteur der NOZ ist auch für die gemeinsame politische Berichterstattung des kompletten Verbundes unseres Hauses in ganz Norddeutschland verantwortlich. Er hatte ein Treffen mit Stephan Weil arrangiert, Ministerpräsident und SPD-Chef in Niedersachsen. Weil diskutierte mit den Lesern unter anderem über den Dieselskandal. „Beeindruckend“, lobte ein Leser im Hinausgehen. 

Auch die Landesvertretung Niedersachsen stand auf dem Programm der NOZ-Leser, hier begrüßte Burkhard Ewert, Stellvertretender Chefredakteur der NOZ, die Reisegruppe. Foto: Melanie Heike Schmidt


Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, rechts) im Gespräch mit NOZ-Lesern. Foto: Melanie Heike Schmidt

Damit waren die NOZ-Leser bestens vorbereitet für den nächsten Programmpunkt, ein Treffen zum Lunch mit Gitta Connemann aus Leer, die für die CDU im Bundestag sitzt und stellvertretende Vorsitzende ihrer Fraktion ist. Connemann erklärte anschaulich, weshalb Abgeordnete eine ausgefeilte Infrastruktur brauchen. Ihr Wahlkreis Unterems beispielsweise sei „riesig“, weshalb sie mehrere Mitarbeiter beschäftige und fünf Büros unterhalte.

Gitta Connemann (CDU) aus Leer ist stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion. In Berlin berichtete sie den NOZ-Lesern anschaulich, welche Infrastruktur Abgeordnete für ihre Arbeit benötigen. Foto: Melanie Heike Schmidt

Auch NOZ-Hauptstadtkorrespondentin Beate Tenfelde ließ die Gruppe hinter die Kulissen blicken und berichtete von der Arbeit als politische Journalistin und NOZ-Korrespondentin in Berlin. 

Beate Tenfelde berichtete über ihre Arbeit als NOZ-Hauptstadtkorrespondentin. Foto: Melanie Heike Schmidt

Anschließend folgte ein besonderes Schmankerl für die Gruppe: Beate Tenfelde führte die NOZ-Leser dorthin, wo eigentlich nur akkreditierte Journalisten und Politiker Zutritt haben: hinein in die Bundespressekonferenz. Vor deren berühmter blauer Wand hatte wenige Minuten zuvor noch Regierungssprecher Steffen Seibert den Hauptstadtjournalisten Rede und Antwort gestanden, bevor er an den NOZ-Lesern vorbei in Richtung Kanzleramt eilte. 

Vor der berühmten blauen Wand: NOZ-Hauptstadtkorrespondentin Beate Tenfelde (links) und Roswitha Kreutzmann, Büroleiterin der Bundespressekonferenz, im Gespräch mit NOZ-Lesern. Foto: Melanie Heike Schmidt

Dass in diesem berühmten Raum die Journalisten Gastgeber sind und Politiker und deren Sprecher einladen, wussten viele aus der Gruppe noch nicht. „Spannend“, fand Leserin Heidi Finke-Gröne aus Melle – und weil Steffen Seiberts Namensschild noch nicht abgenommen worden war, setzte sie sich spontan auf Seiberts Platz vor der blauen Wand. „Einmal da sitzen, wo der Regierungssprecher sitzt“, sagte sie und lachte.

Sitzen, wo kurz zuvor noch Regierungssprecher Steffen Seibert saß: NOZ-Leserinnen Heidi Finke-Gröne (links) und Karin Knigge in der Bundespressekonferenz. Foto: Melanie Heike Schmidt

Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Einer Hausführung durch den Bundesrat folgte ein Essen im Promitreff „Einstein", wo sich Politiker häufig zu Hintergrundrunden verabreden. Hier traf die Gruppe den Karikaturisten Klaus Stuttmann, der in einem seiner seltenen Auftritte vor großem Publikum live zeichnete. „Ich zeichne jeden Tag, ohne Ausnahme, sieben Tage die Woche, und das seit den Neunzigerjahren“, verriet Stuttmann den staunenden Gästen. 

Karikaturist Klaus Stuttmann zeigte im Café Einstein live, wie seine Arbeiten entstehen. Foto: Melanie Heike Schmidt

Applaus und Lacher gab es reichlich, vor allem, als Stuttmann mit wenigen wohlgesetzten Linien eine seiner typischen Merkel-Karikaturen auf die Leinwand zauberte und dabei seine Arbeitsweise Schritt für Schritt erklärte. Der Abend war ein Höhepunkt der Reise. 

Tag drei: Lobbyisten, Fluchttunnel und Kabarett

Der dritte Tag startete mit Einblicken in die Verstrickungen von Politik und Lobbyisten, die Mittagsgast Timo Lange vom gemeinnützigen Verein LobbyControl den NOZ-Lesern detailreich darlegte. 

Über die Verstrickungen zwischen Politik und Lobbyisten informierte Timo Lange von LobbyControl. Foto: Melanie Heike Schmidt

Anschließend führte Architekt und Stadtführer Richard Ollig die NOZ-Leser noch weiter hinein ins politische Berlin, vorbei an Kanzleramt, Reichstagsgebäude, dem Holocaust-Mahnmal und anderen prägnanten Bauten der Hauptstadt. Vor allem der Stopp an der Gedenkstätte Bernauer Straße, wo die ehemaligen DDR-Grenzanlagen besonders drastische Folgen hatten und die Mauer ganze Familien zerschnitt, war ein Augenöffner. 

An der Gedenkstätte Bernauer Straße, wo die Mauer einst Berlin zerschnitt, erklärte Stadtführer Richard Ollig den Teilnehmern der NOZ-Leserreise anhand von Fotos die Veränderungen der Hauptstadt. Foto: Melanie Heike Schmidt

Zu DDR-Zeiten hatten hier Bewohner der angrenzenden Häuser unter Lebensgefahr bis zu 50 Fluchttunnel in den Westen gegraben. Heute ist die dramatische Geschichte der jahrzehntelang geteilten Stadt nur noch wenig präsent. Von ehemals 160 Kilometern Mauer sind kaum mehr eine Handvoll übrig, manches Mal erinnern noch Symbole an den Verlauf, an der Bernauer Straße etwa ragen Metallstelen in die Höhe, wo einst die Mauer stand. Auch das ehemalige Niemandsland im Herzen der Stadt ist längst zugebaut. Zu sehen ist indes an der Bernauer Straße noch ein alter DDR-Wachturm, ein heute noch bedrückender Anblick.

Wer lacht, lebt länger, steht auf dem Laufband unter dem Schild des Kabarett-Theaters „Distel“ in Berlin. Foto: Melanie Heike Schmidt

Nach so viel Ernst tat der Besuch im Kabarett „Distel“ besonders wohl. Das Ensemble-Theater bezeichnet sich selbst als „Stachel im Regierungsviertel“, und zumindest für das Stück „Zwei Zimmer, Küche: Staat!“, bei dem gerade mal drei Schauspieler sämtliche handelnden Personen spielen, passt das gut. Anschließend konnten die NOZ-Leser mit Fug und Recht behaupten, in Berlin nicht nur Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch noch US-Präsident Donald Trump gesehen zu haben. 

Auch Dinner-Gast Tobias Schmidt, ebenfalls NOZ-Hauptstadtkorrespondent, kam gut an. Auch zu besprechen gab es viel, schließlich war am Abend zuvor der Bundespresseball im Hotel Adlon über die Bühne gegangen, ein Großereignis für Politiker und Journalisten. Ein Gast hatte dieses Mal für besonders viel Aufregung gesorgt: Ex-Kanzler Gerhard Schröder mit seiner neuen Ehefrau Kim So-yeon.

Tag vier: Widerstand und Spitzeltum

Der vierte und letzte Tag führte die NOZ-Leser zurück in die Zeit des Nationalsozialismus, genauer in die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. 

Am vierten Tag der NOZ-Leserreise stand ein Besuch in der Gedänkstätte Deutscher Widerstand auf dem Programm. Foto: Melanie Heike Schmidt

Die Dauerausstellung, die sich in ehemaligen Dienstzimmern des Bendlerblocks befindet, also genau dort, wo einst das Zentrum der Widerstandsgruppe des Attentats vom 20. Juli 1944 war, zeigt die vielfältigen Gesichter und Geschichten des Widerstands gegen die Nationalsozialisten.

Gesichter des Widerstands: Dr. Heinrich-Wilhelm Wörmann führte die NOZ-Leser durch die Ausstellung. Foto: Melanie Heike Schmidt

„Absolut empfehlenswert“, so das Fazit der NOZ-Leser. „Allerdings sollte man etwas mehr Zeit mitbringen, um alles anschauen zu können.“

Die umfangreiche und sehenswerte Dauerausstellung Gedenkstätte Deutscher Widerstand ist mit Ausnahme von Silvester und Weihnachten immer geöffnet. Foto: Melanie Heike Schmidt

Auch ein Gang über den Hof, wo ein Ehrenmal an die dort hingerichteten Offiziere erinnert, sollte nicht fehlen.

Im Hof des Bendlerblocks erinnert ein Ehrenmal an die Offiziere, die hier nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurden. Foto: Melanie Heike Schmidt

Das Stasi-Museum an der Normannenstraße führte den NOZ-Lesern die finstersten Seiten der DDR-Diktatur vor Augen. Zeitzeugen von damals begleiten heute Besuchergruppen durch die vollständig erhaltenen Büro- und Aufenthaltsräume Erich Mielkes. 

Außenansicht des Stasi-Museums an der Normannenstraße. Foto: Melanie Heike Schmidt


Zeitzeugen führen die Besucher durch das Stasi-Museum. Foto: Melanie Heike Schmidt

Der SED-Politiker war von 1957 bis 1989 Minister für Staatssicherheit und damit hauptverantwortlich für die flächendeckende Überwachung der Bürger durch das SED-Regime. 189.000 inoffizielle Stasi-Mitarbeiter (IM) bespitzelten und kontrollierten gerade mal 16,4 Millionen DDR-Einwohner, erfuhren die NOZ-Leser, eine Maschinerie kaum fassbaren Ausmaßes. 


Der Rundgang durch karge, beige-braune, holzvertäfelte Räume mit knarzenden Fußböden und glänzenden Konferenztischen hinterlässt ein schales, bedrückendes Gefühl, ebenso der Blick in den alten DDR-Gefängniswagen im Foyer des Gebäudes. 

Im Foyer des Stasi-Museums ist ein alter DDR-Gefangengentransportwagen zu sehen. Foto: Melanie Heike Schmidt

Wer hier als „negativ feindliches Objekt“ eingestuft wurde, musste wahrlich um Leib, Leben und Familie fürchten. Klar, dass auch hier den NOZ-Lesern noch eine Menge Fragen unter den Nägeln brannten, einige hatten „Verwandte im Osten“, andere hatten weniger Berührung mit der DDR und ihren Einwohnern. 

Das Vorzimmer von Stasi-Chef Erich Mielke mit dem "heißen Draht" zur DDR-Führungsriege. Foto: Melanie Heike Schmidt

„Als Westdeutscher dieses Regime zu verstehen, fällt schwer“, sagte eine Leserin später auf der Rückreise nach Niedersachsen. „Gut, dass es Orte und Zeugen gibt, die davon berichten können.“

Das Fazit?

Und das Fazit der ersten NOZ-Leserreise ins politische Berlin? „Top!“, fasst es Peter Wittekind aus Sögel zusammen. „So einen Blick hinter die Kulissen und so viele Eindrücke und interessante Treffen mit Politikern und anderen bekommt man nicht jeden Tag geboten. Das können wir gerne wiederholen.“ Plötzlich ruft es aus dem Hintergrund: „Wie sagten sie noch im Kabarett „Distel“: Da müssen wir noch mal ran!“ Und so enden vier ereignisreiche Tage im politischen Berlin mit einem herzhaften, vielstimmigen Lachen.

37 Leser nahmen an der ersten NOZ-Leserreise „Politisches Berlin“ teil. Die Redaktion wollte einen Blick hinter die Kulissen der politischen und journalistischen Arbeit bieten. Foto: Melanie Heike Schmidt



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