Aufeinandertreffen beim G20-Gipfel Putin begrüßt Saudi-Prinz bin Salman mit kumpfelhaften Handschlag

Von dpa

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Russlands Präsident Wladimir Putin (r) und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (l.). Foto: dpaRusslands Präsident Wladimir Putin (r) und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (l.). Foto: dpa 

Buenos Aires. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman soll in die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi verwickelt sein. Beim G20-Gipfel wird er dennoch freundlich empfangen. Besonders vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump.

Trotz der Affäre um den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi ist der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman beim G20-Gipfel in Buenos Aires freundlich empfangen worden. Der russische Präsident Wladimir Putin begrüßte ihn am Freitag bei der ersten Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs führender Wirtschaftsmächte sogar mit einem kumpelhaften Handschlag und lachte laut mit ihm. 

Auch US-Präsident Donald Trump tauschte nach Angaben aus dem Weißen Haus Freundlichkeiten mit dem saudischen Kronprinzen aus – "wie mit fast jedem anderen der Teilnehmer auch". Trump selbst sagte: "Es kann sein, dass wir eine Diskussion führen werden, aber wir haben es noch nicht getan."

G20-Familienfoto: Salman lächelt, Merkel fehlt

Für viele ist er ein neuer Schurke, beim Familienfoto der G20 wurde bin Salman in Buenos Aires aber fast hofiert. Als einer der ersten kam er zu der Bühne und positionierte sich links in der zweiten Reihe. Nach und nach kamen Leute wie Brasiliens scheidender Präsident Michel Temer und begrüßten Salman freundlich lächelnd. 

G20-Familienfoto: Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wurde mit offenen Armen empfangen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Es hat sich viel verschoben im internationalen Werteverständnis und den Machtverhältnissen. Denn der Kronprinz, dem eine Mitverantwortung an der brutalen Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul vorgeworfen wird, darf trotzdem bei G20 glänzen. 

Als einer der letzten kam US-Präsident Donald Trump. Er musste nicht, wie schon mal beim Nato-Gipfel geschehen, jemanden zur Seite drängen, er durfte vorne ziemlich in der Mitte stehen, nahe bei dem Gastgeber, Argentiniens Präsident Mauricio Macri. Zu einem Gespräch mit Putin kam es nicht. 

Eine einflussreiche Dame fehlte auf dem Bild. Im 13. Jahr ihrer Kanzlerschaft schaffte es Angela Merkel wegen der Panne ihres Regierungsfliegers nicht rechtzeitig. So sind inmitten von vielen Männern nur zwei Frauen zu sehen: Großbritanniens Premierministerin Theresa May und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

May und Macron treffen sich mit bin Salman

Die britische Premierministerin Theresa May und der französische Präsident Emmanuel Macron haben bilaterale Treffen mit dem autoritären Herrscher geplant, dem eine Mitverantwortung für den Tod des regierungskritischen Journalisten Khashoggi vorgeworfen wird. Macron sprach schon zum Gipfelauftakt kurz mit Salman. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi traf sich am Vorabend des Gipfelauftakts mit ihm.

Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Die türkischen Behörden machen ein aus Saudi-Arabien angereistes Mordkommando dafür verantwortlich. Salman wird verdächtigt, die Tat in Auftrag gegeben oder zumindest von ihr gewusst zu haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel plant kein Treffen mit dem Kronprinzen in Buenos Aires. Die Bundesregierung hat wegen der Khashoggi-Affäre anders als Frankreich und Großbritannien zumindest vorläufig einen Rüstungsexportstopp gegen Saudi-Arabien verhängt.


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