Vor dem Gipfel in Argentinien G20 in Buenos Aires: Angst vor einem zweiten Hamburg

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Tausende protestierten bereits am Dienstag im Atlanta-Stadion von Buenos Aires gegen den bevorstehenden G20-Gipfel. Foto: imago/Agencia EFE/Marina GuillenTausende protestierten bereits am Dienstag im Atlanta-Stadion von Buenos Aires gegen den bevorstehenden G20-Gipfel. Foto: imago/Agencia EFE/Marina Guillen

Buenos Aires. Die Proteste haben begonnen: 25.000 Kräfte sollen für Sicherheit sorgen, in Uruguay wurden US-Soldaten stationiert.

Kurz vor dem G20-Gipfel in Argentinien ist die Stimmung in der Hauptstadt Buenos Aires angespannt: 25.000 Polizisten und Soldaten sollen während des Treffens der Staats- und Regierungschefs an diesem Freitag und Samstag für Sicherheit sorgen, Berichten zufolge hat sich das argentinische Sicherheitsministerium vorab 15 Millionen Gummigeschosse und zwei Millionen Schuss scharfe Munition beschafft. 

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Ganze Straßenzüge im Zentrum wurden abgeriegelt, die Bevölkerung dazu angehalten, die Stadt zu verlassen, der Freitag sicherheitshalber zu einem Feiertag erklärt. Über der Stadt wurde eine 400 Quadratkilometer große Flugverbotszone errichtet und der nahe des Gipfelzentrums am Río de la Plata gelegene nationale Flughafen wurde geschlossen. Außerdem haben US-Streitkräfte im benachbarten Uruguay 400 Soldaten und Awacs-Aufklärungsflugzeuge stationiert, vor der Küste soll der Flugzeugträger "USS Carl Vinson" kreuzen. 

Proteste haben bereits begonnen

Buenos Aires soll kein zweites Hamburg werden, zu intensiv ist die Erinnerung an die Ausschreitung während des G20-Gipfels in Deutschland im vergangenen Sommer. Und die Regierung des liberalen Präsidenten Mauricio Macri steht ohnehin schon unter Druck, weil das Land in eine tiefe Krise mit hoher Inflation gerutscht ist. Beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der mit seinen Sparauflagen mitverantwortlich für die Staatspleite 2001 gemacht wird, mussten Kredite in Höhe von 57 Milliarden US-Dollar beantragt werden. Und nun kommt der enorme Aufwand für G20 hinzu. 

Der G20 Gipfel in Hamburg im vergangenen Jahr war von teils schweren Randalen begleitet worden. Foto: imago/Kai Horstmann

Bereits zu Beginn der Woche haben die ersten Proteste gegen den bevorstehenden Gipfel begonnen. Mehrere tausend Menschen kamen am Dienstag zu einer Großkundgebung für eine gerechtere Weltordnung im und vor dem Atlanta-­Stadion zusammen, aufgerufen dazu hatten Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen, linke Parteien und Organisationen.

Nach Fußball-Ausschreitungen: Härte der Polizei erwartet

Für die nächsten Tage sind weitere Proteste angekündigt, auch in den sozialen Netzwerken wird dazu aufgerufen. Koordiniert werden die Aktivitäten von der "Confluencia Fuera G20/FMI", frei übersetzt "Bündnis raus mit G20 und IWF".

Da die Polizei nach den Fußball-Ausschreitungen rund um das Superclasico zwischen River Plate und den Boca Juniors ohnehin in der Kritik steht, wird für die kommenden Tage mit einem harten Vorgehen der Sicherheitskräfte gerechnet. 

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Die größte Demonstration wird an diesem Freitag erwartet. Sicherheitsministerin Patricia Bullrich sagt dazu: "Gewalttätige Aktionen dürfen nicht vorkommen. Wir werden sehr streng sein."


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