Merz, Kramp-Karrenbauer oder Spahn? Endspurt im Rennen um die CDU-Parteispitze: Wer hat die Nase vorn?

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Wer wird Angela Merkel an der Spitze der CDU beerben? Friedrich ‎Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer oder Jens Spahn (r.)? Foto: dpa/Federico GambariniWer wird Angela Merkel an der Spitze der CDU beerben? Friedrich ‎Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer oder Jens Spahn (r.)? Foto: dpa/Federico Gambarini

Hamburg. Am 7. und 8. Dezember entscheiden die Delegierten beim CDU-Parteitag in Hamburg, wer die Nachfolge von Angela Merkel an der Spitze der Partei antritt – Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz oder Jens Spahn. Welcher Kandidat hat im Rennen um die Spitze die Nase vorn? Ein Überblick vor der siebten von insgesamt acht Regionalkonferenzen.

Sechs der insgesamt acht CDU-Regionalkonferenzen sind vorüber, an diesem Donnerstag geht es für Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz nach Bremen. Auch dort stellen sich die drei Kandidaten für den Vorsitz wieder der Basis, bevor am Freitag die letzte Konferenz in Berlin ansteht und beim Parteitag in Hamburg am 7. und 8. Dezember schließlich über die Nachfolge von Angela Merkel an der Spitze der Partei entschieden wird.

Was ist bislang geschehen? Begonnen hatte die Tour für die drei Kandidaten am 15. November in Lübeck. Merz sagte dort, sein Ziel sei es, dass die CDU eine "Volkspartei bleibt, die in der Lage ist, zur politischen Mitte hin zu integrieren". Kramp-Karrenbauer erklärte, eine Volkspartei müsse "immer das Ziel haben, dass sie so stark ist, dass sie die politischen Geschehnisse in Deutschland gestalten kann." Und Jens Spahn betonte vor allem, dass die CDU einen "Generationswechsel" sowie einen "Neustart" brauche. 

Recht auf Asyl sorgt für Gesprächsstoff

Für viel Aufsehen sorgte dann der dritte Termin am 21. November im thüringischen Seebach. "Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das ein Individualrecht auf Asyl in seiner Verfassung stehen hat", sagte Friedrich Merz dort. "Ich bin schon seit langer Zeit der Meinung, dass wir bereit sein müssten, über dieses Asylgrundrecht offen zu reden, ob es in dieser Form fortbestehen kann, wenn wir ernsthaft eine europäische Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik wollen." Nachdem er dafür viel Kritik einstecken musste, sich auch Kramp-Karrenbauer und Spahn von ihm abgrenzten, ruderte er tags darauf in Halle an der Saale wieder zurück: "Ich bin für die Beibehaltung des Grundrechts auf Asyl. Punkt", so Merz. 

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Bei der fünften Regionalkonferenz in Böblingen stand dann Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer im Mittelpunkt des Abends. Angesichts der Stimmverluste der Union und des Erstarkens der AfD sprach sie von einem "Versagen" ihrer Partei. Sorgen und "berechtigte Ängste" in der Bevölkerung seien von der CDU nicht genug aufgegriffen worden. Zuvor hatte sie jedoch Kritik von Friedrich Merz harsch zurückgewiesen, man habe die Wahlerfolge der AfD in ihrer Partei – zugespitzt gesagt – "mit einem Achselzucken" zur Kenntnis genommen. Dennoch war es März, der an diesem Abend den meisten Applaus erhielt – im wirtschaftsstarken Südwesten hat der frühere Unions-Fraktionschef viele Anhänger.

Kramp-Karrenbauer liegt in der Gunst der Unions-Anhänger vorn

Am vergangenen Mittwoch ging es dann nach Düsseldorf – zur mit 3800 Teilnehmern bislang größten der Regionalkonferenzen. Während die beiden in Nordrhein-Westfalen geborenen Kandidaten Merz und Spahn ihren Heimvorteil beim größten Landesverband nutzten, konnte aber auch Kramp-Karrenbauer wieder punkten. Sie ist es auch, die in der Gunst der Unions-Anhänger weiterhin vorn liegt. Laut dem ZDF-Politbarometer kam sie zuletzt auf 38 Prozent und legte damit sogar weiter zu, während Merz mit 29 Prozent wieder etwas an Zustimmung verlor. Jens Spahn bleibt mit sechs Prozent weiter abgeschlagen dahinter. Dennoch ist es nur eine Prognose – am Ende entscheiden die 1001 Delegierten beim Parteitag in Hamburg am 7. und 8. Dezember über die Nachfolge von Angela Merkel an der Spitze der CDU. 


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