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28.11.2018, 16:52 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOMMENTAR

Russland tut sich mit seiner Politik keinen Gefallen

Von Thomas Ludwig


Verfolgt unnachgiebig eine Politik, die nicht automatisch zum Wohle seines Volkes ist: Russlands Präsident Wladimir Putin. Foto: Sergei Chirikov/dpaVerfolgt unnachgiebig eine Politik, die nicht automatisch zum Wohle seines Volkes ist: Russlands Präsident Wladimir Putin. Foto: Sergei Chirikov/dpa

Osnabrück. Die Politik der imperialen Machtausweitung gegenüber der Ukraine wirkt aus der Zeit gefallen. Ein Vasallen-Staat mehr oder weniger stellt die alte Pracht und Herrlichkeit nicht wieder her, die Präsident Wladimir Putin seinen Bürgern versprochen hat.

Den Beitritt der Ukraine zur Nato hat die Verteidigungsallianz wohlweislich auf eine unbestimmte Zukunft terminiert. Wer holt sich schon einen Partner ins Haus, der mit der Nachbarschaft im Clinch liegt. Deshalb müssen auch die Forderungen Kiews nach Ultimaten des Westens und deutscher Marine im Schwarzen Meer ins Leere laufen. Russland zur Raison zu bringen, fordert sich leicht. Realpolitisch ist es nahezu unmöglich.

Dabei müssten in Moskau die eigenen Weltmachtambitionen für ein Umdenken sorgen. Die Politik der Nadelstiche gegenüber der Ukraine und der Einflussausweitung ist aus der Zeit gefallen. Ein Vasallen-Staat mehr oder weniger stellt die alte Pracht und Herrlichkeit nicht wieder her, die Präsident Wladimir Putin seinen Bürgern versprochen hat.

Im Gegenteil: Die Konzentration auf eine ans 19. Jahrhundert gemahnende imperiale Politik bindet Kräfte, die sich sinnvoller einsetzen ließen. Ökonomisch und technologisch hat Russland nicht viel zu melden. Immer noch ist das Land zu abhängig von Öl und Gas. Das Versprechen, die Wirtschaft auf eine breitere Basis zu stellen, hat Putin nicht erfüllt.

Mit dem Aufstieg Chinas hält sein Land nicht mit. Will Russland Weltmacht sein, sollte es weniger in ethnisch-territorialen Kategorien denken als vielmehr eine Politik des 21. Jahrhunderts machen. Davon hätte auch das eigene Volk mehr.


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