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28.11.2018, 16:51 Uhr KOMMENTAR ZU ISLAM-KONFERENZ

Höchste Zeit, Imame in Deutschland auszubilden

Von Katharina Ritzer


Was predigen die Imame in deutschen  Moscheen? Auch das war Thema bei der Islam-Konferenz. Foto: Daniel Naupold/dpaWas predigen die Imame in deutschen Moscheen? Auch das war Thema bei der Islam-Konferenz. Foto: Daniel Naupold/dpa

Osnabrück. Über ausländische Einflüsse in deutschen Moscheen ist bei der 4. Deutschen Islam-Konferenz (DIK) kontrovers diskutiert worden - vor allem zwischen konservativen und liberalen Muslimen. Es zeigt, wie wichtig es ist, zu einer Einigung bei Art und Inhalten der Imamausbildung zu kommen. Ein Kommentar.

Eins vorweg: Die alte Bundesrepublik hatte einst die Imame aus der Türkei mit offenen Armen empfangen und war froh, dass die damals „Gastarbeiter“ genannten Muslime religiös versorgt wurden, ohne dass Deutschland etwas zahlen musste. Die Türkei hat also keineswegs klammheimlich die muslimischen Gemeinden in Deutschland unterwandert.

Nun sind aus Gastarbeitern längst Mitbürger der nächsten Generationen geworden, die weit überwiegend gut integriert und unauffällig in Deutschland leben. Da passt es nicht mehr in die Zeit, dass die Vorbeter der islamischen Gemeinden immer noch vom türkischen Staat entsandt und bezahlt werden.

Gefordert ist nun neben dem guten Willen natürlich auch Geld, damit Imame in Deutschland ausgebildet werden können. Zur Erinnerung: Von 2010 bis Ende September dieses Jahres sind rund 150 Imame an der Universität Osnabrück immerhin weitergebildet worden für ihren Einsatz in Deutschland. Dann gingen die Drittmittel für die Finanzierung aus und bisher ist trotz aller Absichtserklärungen im Koalitionsvertrag kein neues Seminar in Sicht. Das liegt sicher auch an den schwierigen Verhandlungen mit den Islamverbänden über Art und Inhalte der Ausbildung. Eine Einigung würde aber nur Gewinner kennen – bis auf den türkischen Staat, und das ist wohl auch ganz gut so.


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