Groko streitet über den Wolf CDU und CSU wollen Raubtier bejagen - SPD protestiert

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Streit über die Bejagung des Wolfes entzweit die Große Koalition
Foto: dpaStreit über die Bejagung des Wolfes entzweit die Große Koalition Foto: dpa

Berlin. Wenige Monate nach der Einigung auf den Umgang mit dem Raubtier fordern CDU und CSU nun, dessen Abschuss zu erleichtern. Nötig seien „wolfsfreie Zonen", in denen Wölfe geschossen werden könnten, heißt es in einem Positionspapier der Unions-Bundestagsfraktion, das am Dienstag verabschiedet wurde. Die SPD protestiert.

Nach Unions-Vorstellung sollen Jäger auch in Aktion treten dürfen, wenn sich ein Wolf wiederholt Dörfern oder Städten nähert. Anders als bisher soll dies auch möglich sein, wenn der Wolf noch keinen Schaden etwa durch Reißen von Schafen angerichtet hat. Zu wolfsfreien Schutzzonen wollen die Christdemokraten unter anderem Deiche erklären, auf denen Schafe weiden. 

Der Koalitionspartner übte scharfe Kritik: "Das Positionspapier der Union bedient in erster Linie die Interessen der Jagdlobby und nicht die Interessen der Tierhalter", sagte Carsten Träger, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die Bejagung des Wolfes ist eine Scheinlösung. Entscheidend ist effektiver Herdenschutz. Neuerdings können Herdenschutzmaßnahmen zu 100 Prozent von der öffentlichen Hand finanziert werden."

Träger verwies überdies auf den hohen europäischen und deutschen Schutzstatus des Wolfs. "Die EU-Kommission hat mehrfach betont, diesen hohen Schutzstatus des Wolfes beibehalten zu wollen. Von daher stellt sich die Frage nach einer generellen Bejagung des Wolfes nicht", stellte er klar.

Die Koalition hatte sich im Sommer auf einen Kompromiss bei dem hochemotionalen Thema Wolfspolitik geeinigt, in dem unter anderem Landwirte gegen Umweltschützer stehen. SPD und Union beschlossen unter anderem, den Schadensausgleich für Landwirte zu erleichtern und die Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf weiter zu unterstützen. Die Regierung wurde aufgefordert, ein Verbot der Fütterung von Wölfen zu erwägen.


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