Pöbelei und Randale von Grünen-Politiker? Rainer Wendt: "Boris Palmer ist klug beraten, das nicht wieder zu tun"

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Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt (r.), rät Grünen-Politiker Boris Palmer, sein Verhalten nicht zu wiederholen. Foto: dpa/Tobias Kleinschmidt/Inga KjerDer Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt (r.), rät Grünen-Politiker Boris Palmer, sein Verhalten nicht zu wiederholen. Foto: dpa/Tobias Kleinschmidt/Inga Kjer

Berlin. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer ist zu später Stunde mit einem Studenten aneinandergeraten. Für den Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt ist das Verhalten Palmers zwar rechtlich sauber, aber dennoch kritisch.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) muss sich rechtfertigen, nachdem er in seiner Stadt mit einem Studenten aneinandergeraten ist. Er wehrt sich öffentlich in einem Facebook-Post gegen Kritik an seinem Verhalten. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt sieht Palmers Vorgehen zwar im rechtlichen Rahmen, rät dem Grünen-Politiker jedoch, sich zukünftig anders zu verhalten. 

Unterschiedliche Schilderung der Ereignisse

Die Situation soll sich vor rund zwei Wochen abgespielt haben. Palmer zufolge sei er in der Tübinger Innenstadt von einem Mann am späten Abend beschimpft worden. Demnach verhielt sich der Mann laut und aggressiv. Der Oberbürgermeister sah in dem Verhalten eine Störung der Nachtruhe, woraufhin er sich dem Mann gegenüber als Chef des kommunalen Ordnungsdienstes ausgewiesen hätte und ein Ordnungsgeld verlangte.

Doch es gibt auch eine andere Version der Geschehnisse: Der Mann, bei dem es sich um einen 33-jährigen Studenten handelt, sagte der Deutschen Presseagentur, Palmer sei ihm und seiner Begleiterin vor rund zwei Wochen in der Tübinger Innenstadt entgegen gekommen. Der Student machte dabei nach eigenen Angaben eine Bemerkung wie "Oh je", als er den Oberbürgermeister sah – an den genauen Wortlaut erinnere er sich aber nicht mehr. Daraufhin sei Palmer den beiden hinterhergelaufen, habe ihnen den Weg versperrt und Fotos gemacht, um die Personalien des Mannes aufzunehmen. 

Der Grünen-Politiker erntete reichlich Kritik für sein Vorgehen. Nichtsdestotrotz sieht sich Palmer aber weiterhin im Recht und beharrt sogar auf dem Ordnungsgeld. Auf Nachfrage bei den Grünen, wie die Parteispitze das Verhalten des Tübinger OBs bewerte, wollte sich allerdings niemand äußern.

"Das kann auch ins Auge gehen"

Dafür ordnete aber Rainer Wendt, Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, das Verhalten von Boris Palmer im Gespräch mit unserer Redaktion ein. "Ich denke, rechtlich kann das Vorgehen von Boris Palmer nicht angefochten werden. Aber nicht alles, was formalrechtlich in Ordnung ist, ist auch einsatztaktisch klug. Ein Polizist hätte sich jedenfalls nicht so verhalten, als Betroffener in Zivilkleidung eine Personenkontrolle inklusive Ordnungsgeld durchzuführen", meint Wendt, der zudem davon ausgeht, dass Palmer sein Verhalten inzwischen selbst nicht mehr als optimal bewertet.

So ein Vorgehen sei schlicht zu gefährlich für den Oberbürgermeister. Wendt: "Boris Palmer ist gut beraten, das nicht wieder zu tun. Wenn er nun an einen Idioten von der Antifa gerät, kann das auch ganz schön ins Auge gehen." Wendt rät Palmer stattdessen, "die Polizei zu rufen oder es einfach zu ertragen". Das sei keine Frage von Angst, sondern von Vernunft. 


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