Gefährliche Implantate SPD will Patienten mit schärferen Regeln besser schützen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirft der Union vor, strengere Auflagen für Implantate zu verhindern.
Foto: dpaSPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wirft der Union vor, strengere Auflagen für Implantate zu verhindern. Foto: dpa

Berlin. Künstliche Gelenke, Brust-Implantate und andere medizinische Produkte verursachen immer mehr Verletzungen und Todesfälle. Nach den jüngsten Enthüllungen fordert die SPD schärfere Regeln und wirft der Union eine gefährliche Blockade vor.

„Wir müssen die Patientensicherheit deutlich verbessern“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Gespräch mit unserer Redaktion. Reformbedarf bestehe auf drei Feldern: Für möglicherweise gefährliche Nebenwirkungen von Implantaten müssten „Untersuchungen mit Menschen“ eine „deutlich höhere Bedeutung erhalten“, so der Arzt und Vize-Fraktionsvorsitzende. Notwendig sei überdies „ein lückenloses Implantate-Register und dessen Veröffentlichung“. Und drittens brauche es schärfere Regeln, damit Implantate, die Auffälligkeiten zeigten, „sofort vom Markt genommen werden“. 


Risikofaktor Brust-Implantate Foto: dpa


Lauterbach warf Union und FDP vor, in den vergangenen Jahren schärfere Auflagen für Implantate – insbesondere gründlichere Prüfungen vor der Freigabe - verhindert zu haben. „Als Argument wurde immer wieder ins Feld geführt, das schade dem Innovationsstandort Deutschland, weil viele Implantate-Hersteller hier sitzen“, so der Experte. „Jetzt müssen wir uns dringend zusammensetzen und eine gemeinsame Lösung finden.“

Lauterbach reagierte auf Berichte von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“, wonach in Deutschland alleine im vergangenen Jahr mehr als 14 000 Verletzungen, Todesfälle und andere Probleme im Zusammenhang mit Medizinprodukten wie künstlichen Hüft- oder Kniegelenken, Brustimplantaten oder Insulinpumpen gemeldet worden seien. Die bestehenden Meldepflichten werden demnach systematisch unterlaufen.


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