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Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg Angst vor dem Krieg: Je älter, desto skeptischer

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Waffenstillstand: Das Archivbild vom 11.November 1918 zeigt die Verhandlungsteilnehmer der Alliierten und der deutschen Regierung beim Waffenstillstand im Wald von Compiègne vor dem Salonwagen des französischen Oberbefehlshabers aller alliierten Truppen in Frankreich und Belgien. Foto: dpaWaffenstillstand: Das Archivbild vom 11.November 1918 zeigt die Verhandlungsteilnehmer der Alliierten und der deutschen Regierung beim Waffenstillstand im Wald von Compiègne vor dem Salonwagen des französischen Oberbefehlshabers aller alliierten Truppen in Frankreich und Belgien. Foto: dpa

Osnabrück  Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg – eine Mehrheit der Deutschen vermisst die richtigen Lehren. Nur jeder dritte Deutsche glaubt, dass heute alles dafür getan werde, neue militärische Konflikte zu vermeiden. Das ergab eine exklusive Forsa-Umfrage für unsere Redaktion. 

Am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand von Compiègne geschlossen. Doch nur eine Minderheit von 35 Prozent der Deutschen sagt, dass die historische Erfahrung von Erstem und Zweitem Weltkrieg heute noch wirklich handlungsleitend sei. 62 Prozent der Befragten glauben dies nicht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für unsere Redaktion. Anlass für die Befragung ist der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs an diesem Sonntag.

Besonders ältere Deutsche, die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg oder an direkte Folgen für ihre Familie haben, sind ernüchtert. Von ihnen geben 69 Prozent an, aus dem Grauen der Vergangenheit seien keine hinreichenden Lehren gezogen worden. Bei den Unter-18-jährigen ist es nur jeder Zweite.

Sind Deutsche friedliebend?

Wenig anders sieht die Lage aus, wenn nach dem Selbstbild als Nation gefragt wird. Nur eine knappe Mehrheit der Befragten (54 Prozent) hält das Deutschland der Gegenwart für ein friedliebendes Land. 43 Prozent verneinen diese Aussage. 60 Prozent meinen sogar, dass Kriege wieder auf dem Weg sind, ein gängiges Mittel der Außenpolitik zu werden. Nicht mal ein Drittel findet das nicht.

Die Mehrheit sagt aber immerhin, dass die Konflikte der Zukunft kleiner bleiben werden als in der Vergangenheit. Mit knapp vier von zehn Befragten hält es zwar ein signifikanter Anteil der Bundesbürger für sehr oder eher wahrscheinlich, dass es noch einmal zu einem Weltkrieg kommt. 58 Prozent glauben aber, dies sei eher unwahrscheinlich beziehungsweise so gut wie ausgeschlossen.

Vor allem die Anhänger der Union und der SPD, aber auch der Grünen sehen nur eine begrenzte Gefahr eines erneuten großen globalen Krieges. Wer den Linken oder der AfD zuneigt, hat größere Angst davor.

Für die Studie hat Forsa im Oktober 1516 Deutsche befragt.


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