"Lange überfällig" Trudeau entschuldigt sich für Abweisung von Flüchlingsschiff 1939

Von dpa

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Justin Trudeau ist 2015 Premierminister von Kanada. Foto: imago/Aton ChileJustin Trudeau ist 2015 Premierminister von Kanada. Foto: imago/Aton Chile

Ottawa. Im Namen seines Landes hat sich Kanadas Premierminister Justin Trudeau für die Abweisung jüdischer Flüchtlinge kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entschuldigt.

Im Mai 1939 stach das Flüchtlingsschiff "St. Louis" mit mehr als 900 Juden an Bord von Hamburg aus in See. Weder in Kuba noch in den USA und auch nicht in Kanada wurden die Passagiere an Land gelassen. Die "St. Louis" musste nach Europa zurückkehren. Viele der Juden wurden später von den Nazis ermordet.

Für die Abweisung der jüdischen Flüchtlinge entschuldigte sich Kanadas Premierminister Justin Trudeau jetzt öffentlich. "Wir entschuldigen uns für die Herzlosigkeit von Kanada", sagte Trudeau am Mittwoch im Parlament in Ottawa. Kanada habe sich geweigert zu helfen, wo es habe helfen können, und damit zum "grausamen Schicksal" vieler Menschen beigetragen, die später in NS-Konzentrationslagern wie Auschwitz ermordet wurden. (Weiterlesen: Trump-Affront gegen Kanadas Premierminister)

Aufruf zum Kampf gegen Ausländerhass und Antisemitismus

Die Zeit habe Kanada nicht von seiner Schuld freigesprochen oder das Gewicht der Schande gemindert, so Trudeau. Die Entschuldigung seines Landes sei "lange überfällig". Außerdem rief er seine Landsleute dazu auf, sich Ausländerhass und Antisemitismus entgegenzustellen, da auch heutzutage Juden immer noch Opfer von Diskriminierung und Gewalt würden.

Vor seiner Rede hatte sich der kanadische Premier mit einer überlebenden Passagierin der "St. Louis" getroffen.


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