Bundestag berät Rentenpaket Alles gut bei der Rente? Weit gefehlt

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Rentner in Havelberg, Sachsen-Anhalt. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpaRentner in Havelberg, Sachsen-Anhalt. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Osnabrück. Die gute Nachricht zuerst: Die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland können sich auf eine spürbare Erhöhung ihrer Altersbezüge einstellen. Doch die schlechte Nachricht folgt sogleich. Die Zukunft der Rentenversicherung ist nicht geregelt, das Rentenpaket zumindest in Teilen eine schwere Belastung. Ein Kommentar.

Alles hat seinen Preis. Das gilt auch für das Rentenpaket, das die Koalition heute im Bundestag beschließen will. Eine eigentlich mögliche Beitragssenkung fällt wegen der milliardenschweren Reform aus. Angesichts der hohen Belastung der Beitragszahler ist das eine überaus schlechte Nachricht.

Die Entscheidung ist umso problematischer, als wesentliche Teile des Rentenpakets eigentlich vom Steuerzahler getragen werden müssten. Mütterrenten, also die finanzielle Anerkennung von Kindererziehungszeiten, sind und bleiben eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – völlig klar.

Die Rentenversicherung mit noch mehr versicherungsfremden Leistungen zu befrachten, ist auch deshalb ein schwerer Fehler, weil die Altersvorsorge vor großen Herausforderungen steht. In naher Zukunft gehen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in den Ruhestand. Und das heißt: Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen als Beitragszahler für eine stark wachsende Zahl von Senioren aufkommen, die dazu immer älter werden.

Antworten auf die Fragen, wie es nach 2025 mit der Rente weitergehen soll, ist die Große Koalition aber bislang schuldig geblieben. Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil wartet auf die Ergebnisse einer Rentenkommission. Die Fragen sind freilich auch höchst unangenehm. Denn es geht nicht nur um Beiträge und Rentenniveau, sondern auch darum, wie lange wir künftig werden arbeiten müssen – Sprengstoff für die Rentenkommission.


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