Wettbewerb bei der CDU AKK - die kämpferische Kandidatin

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CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer  will einen "fairen Wettbewerb. Foto: imago/Markus HeineCDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will einen "fairen Wettbewerb. Foto: imago/Markus Heine

Berlin. „Ich kann, ich will, ich werde“ - mit diesem Kampfruf startete Annegret Kramp-Karrenbauer in ihr Amt als CDU-Generalsekretärin. Was wird jetzt aus ihr?

Die 56-Jährige wurde seit Monaten als aussichtsreiche Anwärterin für die Nachfolge von CDU-Parteichefin Angela Merkel gehandelt. Kramp-Karrenbauer galt als deren „Herzdame“ im Kandidatenspiel, was nicht nur Vorteile bringen dürfte. Dann aber kamen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn aus der Deckung. Merz entfachte durch einen eleganten 20-Minuten-Auftritt vor der Hauptstadtpresse Aufbruchsstimmung. 

Jenen, die AKK mit müdem Lächeln nun mangelnden Glanz attestieren, machte die einstige Saar-Ministerpräsidentin gestern aber bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt als Kandidatin sehr selbstbewusst klar: Sie sei überzeugt, „dass ich das mitbringe, was man als Parteivorsitzende braucht, um eine Partei nach vorne zu bringen.“  

Die CDU müsse auf dem Parteitag im Dezember entscheiden, wie es „programmatisch, im Stil, im Umgang und mit welchen Persönlichkeiten an der Spitze“ weitergehen solle, dafür mache sie ein Angebot. Unterschätze keiner diese Frau: Sie tritt konziliant auf, aber sie hat „Eisen im Handschuh“. Soll heißen: Sie ist durchsetzungsstark und kämpferisch. 

Siw weiß, wie die Partei tickt

Die von der CDU verloren gegebene Saar-Wahl 2017 wendete sie kurz vor dem Urnengang. Mit „AKK“ strebt ein Vollprofi an die Spitze der CDU. Sie war Landesinnenministerin und Regierungschefin an der Saar, wechselte dann als Generalsekretärin in die Bundes-CDU. Auch ihre Erfahrungen in dieser Funktion spielt sie jetzt als Plus aus. Hier spricht eine, die seit einer „Zuhörtour“ weiß, wie die CDU tickt – das ist das Signal an die Partei.

Sehr deutlich nutzte die Vertraute der Kanzlerin ihren Auftritt gestern, einen Schlussstrich unter Merkels 18-jährige Amtszeit zu ziehen. Denn im Gegensatz zu Spahn und Merz könnte manchem in der CDU Kramp-Karrenbauer als Neuauflage Merkels gelten. „Dies ist das Ende einer Ära“, die nun weder fortgesetzt noch rückgängig gemacht werden könne, sagte Kramp-Karrenbauer zu Merkels Rückzug vom Parteivorsitz. „Jetzt gilt es, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“ Kramp-Karrenbauer rief Merz und Spahn zu einem fairen Wettbewerb um die Parteispitze auf. Es dürfe keinen „ruinösen Wettbewerb“ geben, der die CDU geschwächt zurücklasse. Die Vielzahl der Kandidaten für den CDU-Vorsitz hält AKK für einen „Ausdruck von Qualität“ der CDU. Allerdings dürfe sich die Union nun nicht bis zum Parteitag im Dezember wochenlang mit sich selbst beschäftigen und nicht „um den eigenen Bauchladen kreisen“. Das würden die Menschen in Deutschland nicht verstehen.

Da waren's nur noch elf

Merz (62) und Spahn (38) präsentierten zuvor vor der CDU in Nordrhein-Westfalen die Beweggründe für ihre Bewerbungen. Beide versicherten, es werde keine erbitterte Auseinandersetzung, sondern einen fairen Wettstreit geben. Allerdings bleibt weiter unklar, warum sich zwei NRW-Politiker mit nahezu gleicher Zielgruppe und Ausrichtung Konkurrenz machen. Warum haben sie sich nicht abgesprochen?

Friedrich Merz ist nun auch offiziell im Rennen um die Merkel-Nachfolge an der CDU-Spitze. Der CDU-Kreisverband Fulda ihn vorgeschlagen. Der Jurist aus dem Sauerland ist der zweite Kandidat, der offiziell benannt ist. Zuvor war Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeschlagen worden - vom Landesverband Saar und der Frauen-Union.

Insgesamt waren zwölf Bewerber interessiert. Jetzt sind es nur noch elf: Der Bonner Völkerrechtler Matthias Herdegen zog seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz einem Medienbericht zufolge zurück. „Inzwischen werden die Themen, die die Mitte der Gesellschaft und die Mitte der Partei umtreiben, auch von neuen Bewerbern um die Nachfolge von Frau Merkel aufgegriffen“, begründete Herdegen die Entscheidung gegenüber der „Welt“.


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