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07.11.2018, 14:52 Uhr AKK MIT SOUVERÄNEM AUFTRITT

Zwei CDU-Bewerber auf Augenhöhe

Kommentar von Beate Tenfelde

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will bei einem Sieg im Kampf um den Parteivorsitz weiterhin mit ihren beiden Konkurrenten Jens Spahn und Friedrich Merz zusammenarbeiten.Foto: imago/Markus HeineCDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will bei einem Sieg im Kampf um den Parteivorsitz weiterhin mit ihren beiden Konkurrenten Jens Spahn und Friedrich Merz zusammenarbeiten.Foto: imago/Markus Heine

Berlin. Annegret Kramp-Karrenbauer, die CDU-Chefin werden will, fordert für die künftige Parteispitze nach der Ära von Angela Merkel mehr Einfluss auf das Regierungshandeln. Sie äußerte sich unzufrieden über das Erscheinungsbild der Bundesregierung und grenzte sich auch damit von der scheidenden CDU-Vorsitzenden ab. Ein Kommentar.

Bei der CDU kommen die Karten nach und nach auf den Tisch. Wer das beste Blatt hat bei den Bewerbern um die Nachfolge Angela Merkels auf dem Chefposten, ist längst nicht ausgemacht. Mit Merkels „Herzdame“ Annegret Kramp-Karrenbauer strebt ein Vollprofi an die Spitze der CDU.

 Die 56-Jährige zieht einige Joker aus dem Ärmel. Mit dem Hinweis auf ihren Sieg bei der für die CDU verloren geglaubten Saar-Wahl untermauert AKK ihre Fähigkeit, Trends zu drehen. Mit ihrer Herkunft aus einer Grenzregion empfiehlt sie sich als engagierte Europäerin, die offene Grenzen, nicht aber eine Migrationspolitik wie 2015 will. Mit ihrer Erfahrung als Ministerpräsidentin und Landesinnenministerin  verspricht sie mehr Sicherheit für die Bürger. Dass sie auch den Draht zur Kanzlerin hat, könnte sich als zweischneidig erweisen. Die einen schätzen diese Nähe, andere wollen den Aufbruch. 

Fakt ist: AKK spielt ihre Trümpfe aus, während sich ihr schärfster Konkurrent Friedrich Merz wegen seiner Aufsichtsratstätigkeit beim weltweit größten Vermögensverwalter Blackrock verteidigen muss. Jetzt kommt es darauf, ob und wie der von der Wirtschaft gefeierte Manager Merz die Angriffe entkräftet. Das ist sicher: Der 62-Jährige versetzt zwar große Teile der Union in Euphorie, aber er hat mit AKK eine Konkurrentin auf Augenhöhe. Für den dritten Bewerber Jens Spahn könnte es eng werden.


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