Streit über Diesel-Fahrverbote Experte: Höhere Stickoxid-Grenzwerte unbedenklich

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Sind höhere Stickoxid-Belastungen unbedenklich? Ja, meint Forscher Walter Krämer.Sind höhere Stickoxid-Belastungen unbedenklich? Ja, meint Forscher Walter Krämer.

Berlin. Sollte die Bundesregierung die Stickoxid-Grenzwerte aufweichen, um Dieselfahrverbote zu vermeiden? Das Vorhaben ist hoch umstritten. Rückendeckung erhält die Koalition jetzt von der Wissenschaft.

„Die faktische Anhebung des Grenzwertes zur Vermeidung von Fahrverboten ist gesundheitlich unbedenklich“, sagte Statistik-Experte Walter Krämer im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die politisch festgelegten Grenzwerte haben nicht die Gesundheit der Menschen, sondern politische Ergebnisse wie etwa die Ächtung des Autoverkehrs zum Ziel“, sagte er. Das gelte auch für den EU-weiten Höchstwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft. 

Der Wissenschaftler verwies darauf, „dass für Arbeitsplätze oft ganz andere und sogar höhere Grenzwerte gelten als für den Straßenverkehr“. Die seit Jahrzehnten steigende Lebenserwartung „in unseren angeblich umweltverseuchten Städten“ beweise aus Sicht der Wissenschaft, dass die Grenzwerte für viele Schadstoffe „viel höher liegen könnten, ohne die Gesundheit der Menschen mehr zu gefährden“.

Das Bundeskabinett wollte eigentlich am heutigen Mittwoch das Immissionsschutzgesetz ändern, damit Dieselfahrverbote erst ab einer Belastungen ab 50 Mikrogramm Stickoxid verhängt werden können. Wie unsere Redaktion aus Regierungskreisen erfuhr, verhinderten „zu viele Ausnahmewünsche des Bundesverkehrsministeriums“ eine Einigung auf einen Gesetzentwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Am morgigen Donnerstag entscheiden Gerichte, ob auch in Köln und Bonn Fahrverbote verhängt werden müssen. 


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