US-Midterms Gewinner und Verlierer: Die Gesichter der Zwischenwahlen in den USA

Von Viktoria Meinholz und dpa

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Alexandria Ocasio-Cortez zog ins Repräsentantenhaus ein, Beto O’Rourke verlor das Rennen um den Senatorenposten in Texas knapp. Foto: Imago/John Angelollo/Sergio FloresAlexandria Ocasio-Cortez zog ins Repräsentantenhaus ein, Beto O’Rourke verlor das Rennen um den Senatorenposten in Texas knapp. Foto: Imago/John Angelollo/Sergio Flores

Washington. Bei den amerikanischen Midterms gab es viele strahlende Gewinner – und Verlierer, die es trotz Niederlage geschafft haben, die Menschen zu beeindrucken. Ein Blick auf die interessantesten Gesichter der Zwischenwahlen.

Die Zwischenwahlen in den USA haben nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse im US-Parlament verschoben. Bei der Abstimmung auf verschiedenen Ebenen haben auch mehrere Politiker Geschichte geschrieben: Zum Beispiel als "erste Vertreter ihrer Art" im US-Parlament oder in ihrem Bundesstaat. Andere verloren zwar die Wahl, errungen aber doch einen Sieg. Eine Auswahl der interessantesten Persönlichkeiten der Midterms:

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Alexandria Ocasio-Cortez

Foto: Imago/John Angelillo

Sie ist erst 29 Jahre alt: Alexandria Ocasio-Cortez hat den Einzug ins Repräsentantenhaus geschafft – als bislang jüngste Frau überhaupt. Die Einwanderer-Tochter aus der New Yorker Bronx war im Sommer über die USA hinaus bekannt geworden, weil sie völlig überraschend den alteingesessenen Demokraten Joe Crowley, einen der ranghöchsten Demokraten, in einer Vorwahl besiegt hatte. Ocasio-Cortez steht für eine junge Generation von Demokraten, die sich mit den Fehlern ihrer eigenen Partei nicht mehr abfinden will. Sie setzt sich glaubhaft für die Probleme vieler Einwanderer ein – sie selbst hatte zeitweise zwei Jobs, um über die Runden zu kommen.

Beto O'Rourke 

Foto: Imago/Sergio Flores

Die Wahl verloren, aber trotzdem viel gewonnen: Beto O'Rourke ist der Hoffnungsträger der Demokraten – und hätte fast das Unmögliche geschafft. Der 46-Jährige trat in Texas im Rennen um den Senat gegen Ted Cruz an. Der Staat gilt als Hochburg der Konservativen und anfangs zweifelte niemand daran, dass Cruz seinen Sitz im Senat verteidigen wird. Doch dann kam O'Rourke: Er sammelte Rekordsummen an Spenden und zog nicht nur in den USA große Aufmerksamkeit auf sich. Die Prognosen wurden immer enger. Am Ende konnte Cruz sich jedoch retten und siegte hauchdünn mit 50,9 Prozent zu 48,3 Prozent der Stimmen. Doch für O'Rourke wird es weitergehen: Einige Prominente sehen ihn bereits als Herausforderer Trumps in zwei Jahren und rühren für ihn die Werbetrommel. 

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Sharice Davids

Foto: Imago/John Sleezer

Die 38-Jährige ist die erste Ureinwohnerin im Repräsentantenhaus – zusammen mit Deb Haaland aus New Mexiko. Davids ist Juristin und Tochter einer alleinerziehenden Veteranin. Sie ist auch in anderer Hinsicht eine Pionierin – nämlich als erste lesbische Frau aus Kansas und wohl auch als erste Ex-Profi-Kampfsportlerin im US-Kongress. 

Mitt Romney

Foto: Imago/Christopher Brown

Kommt Ihnen dieser Amerikaner irgendwie bekannt vor? 2012 forderte Mitt Romney Barack Obama in den Präsidentschaftswahlen heraus. Er verlor und verschwand zumindest kurzzeitig aus der ersten Reihe der Politik. Nun wurde er für den Bundesstaat Utah in den Senat gewählt. Er könnte zu einem der härtesten Trump-Kritiker aus dessen eigener Partei werden. Romney hatte sich – trotz kurzzeitiger Annäherung – immer wieder gegen den Präsidenten gestellt.

Jacky Rosen

Foto: dpa/John Locher

Jacky Rosen ist neue Senatorin von Nevada. Die 61-Jährige ist die einzige Demokratin, der es in den Wahlen zum Senat gelang, den Republikanern einen Sitz zu klauen. Trotz prominenter Unterstützung durch den Präsidenten musste sich der republikanische Amtsinhaber Dean Heller ihr geschlagen geben.

Jared Polis

Foto: Imago/Tyler Tomasello

Der Demokrat ist der erste offen homosexuell lebende Gouverneur der Vereinigten Staaten. Der 43-Jährige hat in der Vergangenheit mehrere Firmen gegründet, darunter einen Handel für Online-Grußkarten. 2009 zog er bereits ins US-Repräsentantenhaus ein – nun hat er es auf den Gouverneursposten in Colorado geschafft. Mit seinem Partner hat Polis zwei Kinder.

Ilhan Omar

Foto: Imago/Mark Vancleave

Ilhan Omar stammt aus Somalia und floh mit ihrer Familie vor dem dortigen Bürgerkrieg, als sie acht Jahre alt war. Die Familie lebte zunächst in einem Flüchtlingslager in Kenia, bevor sie 1997 in die USA kam. 2016 wurde die Mutter von drei Kindern als erste muslimische Amerikanerin aus Somalia in das Repräsentantenhaus in Minnesota gewählt. Nun ist sie – zusammen mit Rashida Tlaib aus Michigan – die erste muslimische Frau im Repräsentantenhaus. 


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