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Gespaltenes Land Midterm-Wahlen: Demokraten holen Mehrheit im Repräsentantenhaus zurück

Von Ankea Janßen und dpa

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Elizabeth Warren, demokratische Senatorin in Massachusetts, während ihrer Siegesfeier. Foto: AP/dpa/Michael DwyerElizabeth Warren, demokratische Senatorin in Massachusetts, während ihrer Siegesfeier. Foto: AP/dpa/Michael Dwyer

Washington D.C.. Für Donald Trump könnte es nach den Midterms ungemütlich werden. Die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen. Verfolgen Sie hier die Wahlen im Liveblog.




ZWISCHENWAHLEN IN DEN USA – DIE MIDTERM ELECTIONS 2018 IM LIVETICKER

Herber Rückschlag für US-Präsident Donald Trump bei den Kongresswahlen: Die oppositionellen Demokraten haben seiner Republikanischen Partei die Mehrheit im Repräsentantenhaus abgerungen. Allerdings konnten die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verteidigen, wie Hochrechnungen mehrerer US-Sender am Dienstagabend (Ortszeit) ergaben.
 
▪▪▪ Das Wichtigste in Kürze ▪▪▪
 
  • Republikaner behalten Kontrolle über den Senat.
  • Demokraten holen sich Mehrheit im Repräsentantenhaus.
  • Mit der Mehrheit im Repräsentantenhaus können Demokraten Gegengewicht zu US-Präsident Donald Trump bilden. Das Regieren könnte schwieriger für ihn werden.
  • Erstmals zwei muslimische Frauen in den Kongress gewählt. 
Ankea Janßen

Was bleibt festzuhalten?
 
▪ Die Republikaner behalten die Kontrolle über den Senat. Wahrscheinlich können sie die Zahl der bisher von ihnen gehaltenen 51 Sitze sogar ausbauen.

▪ Die Demokraten holen sich die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Sie steigern die Zahl ihrer Sitze um mindestens 27. 

▪ Das Regieren wird für US-Präsident Donald Trump in Zukunft voraussichtlich schwieriger. Die Demokraten können unter anderem bei Gesetzesvorhaben ein gewichtiges Wort mitreden oder künftig Untersuchungen gegen den Präsidenten einleiten. 

▪ Prognosen zufolge werden im Repräsentantenhaus so viele Frauen sitzen wie noch nie. Danach ziehen 96 Frauen (bisherige Höchstzahl 85) in die Kammer des US-Parlaments ein.

▪ Die Wahlbeteiligung lag diesmal höher als bei den Zwischenwahlen in den Jahren 2014 und 2010. 

▪ Bis das endgültige Ergebnis feststeht, wird es noch einige Tage dauern, weil beispielsweise in Kalifornien Briefwahlstimmen erst in den Tagen nach der Wahl gezählt werden.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 10:17

Facebook blockiert verdächtige Konten

Facebook hat kurz vor der Kongresswahl in den USA Dutzende verdächtige Konten gesperrt, um einer möglichen Einmischung in die Abstimmung vorzubeugen. Die bisher entdeckten 30 Facebook- und 85 Instagram-Konten könnten ausländischen Betreibern gehören, schrieb Facebook am Montagabend (Ortszeit). Demnach hatten US-Sicherheitsbehörden am Sonntag das US-Unternehmen kontaktiert und auf verdächtiges Verhalten auf den Accounts aufmerksam gemacht.

 

Die gesperrten Konten werden jetzt tiefergehend untersucht, wie der für Cybersicherheit bei Facebook zuständige Nathaniel Gleicher weiter mitteilte. Die meisten Facebook-Seiten, die mit diesen Accounts verbunden sind, seien augenscheinlich in französischer oder russischer Sprache gehalten gewesen. Die Instagram-Konten indes seien in englischer Sprache gewesen und hätten entweder Berühmtheiten oder politische Debatten zum Thema gehabt, so Facebook weiter.

 

"Normalerweise würden wir unsere Analyse vertiefen, bevor wir etwas öffentlich mitteilen", schrieb Facebook weiter. "Doch da wir nur einen Tag von den wichtigen Wahlen in den USA entfernt sind, wollten wir die Menschen über unseren Schritt und die Gründe dafür informieren."

In den USA steht nach wie vor der Verdacht im Raum, Russland habe sich bei der Präsidentenwahl 2016 zugunsten von Donald Trump eingemischt. Die Ermittlungen dauern an, um zu klären, ob Trumps Wahlkampfteam geheime Absprachen mit Russland traf.

 

Foto: dpa/Andrea Warnecke
 
Ankea Janßen
6. November 2018 11:28

US-Sender setzen Wahlkampfspot von Trump wegen Rassismusvorwurfs ab 

Mehrere US-Sender haben einen Wahlkampfspot von US-Präsident Donald Trump aus dem Programm genommen, weil dieser Migranten in ein schlechtes Licht rückt. Zuvor hätten allerdings schon Millionen Zuschauer den 30 Sekunden langen Spot gesehen, berichtete der TV-Sender CNN am Montagabend (Ortszeit). CNN zufolge entschied sich neben NBC und Fox News auch Facebook dazu, den Spot nicht mehr zu zeigen. CNN selbst hatte eigenen Angaben zufolge erst gar keine Sendezeit für die "rassistische" Anzeige verkauft, mit der Trump um Stimmen für seine Republikaner bei den Zwischenwahlen an diesem Dienstag wirbt.

Jakob Koch
6. November 2018 11:33

Das Problem mit den Umfragen: Wer sagt die US-Wahl richtig voraus? 

Als Donald Trumps Sieg bei der US-Präsidentenwahl 2016 besiegelt war, wurden die Demoskopen zum ersten Opfer seines Erfolgs. Überall im Land wurden die Meinungsforscher kollektiv dafür gescholten, den Ausgang nicht richtig vorhergesehen zu haben. Wiederholt sich die Geschichte nun zwei Jahre später bei den Midterms? Das IBD-Institut, das damals den richtigen Riecher für Trump bewies, sieht diesmal einen Neun-Punkte-Vorsprung für die Demokraten. Das würde vermutlich für eine Übernahme der Mehrheit im Repräsentantenhaus reichen, jedoch eher nicht für einen Machtwechsel im Senat. Eine Vielzahl von Instituten ist auf dem Umfragemarkt aktiv. Einige agieren mehr oder weniger offen im Auftrag der Parteien.

Jakob Koch
6. November 2018 11:37

Ex-Präsident Barack Obama beschwört den "Charakter unsere Landes"

Jakob Koch
6. November 2018 16:11

Promis auf Stimmenfang

Momentan gehen Experten von einer hohen Wahlbeteiligung aus - ein Grund dafür könnte auch der große Einsatz von Prominenten im Wahlkampf sein. Über die sozialen Medien riefen Schauspieler, Sänger und Moderatoren ihre Fans auf, zur Wahl zu gehen. Mal mit, mal ohne direkte Empfehlung. 
 
Leonardo DiCaprio (43) und Brad Pitt (54), die derzeit für den Quentin-Tarantino-Film "Once Upon A Time in Hollywood" vor der Kamera stehen, veröffentlichten am Freitag eine Videobotschaft. Es gehe um die Zukunft unseres Landes, sagte DiCaprio. "Diese Wahl könnte die Wichtigste unseres Lebens sein", so der Oscar-Preisträger und verwies auf Themen wie Umweltschutz, Gesundheitsfürsorge, Einwanderung und strikteres Waffenrecht. "Bitte verschafft euch Gehör", appellierte Pitt.
 
Auch Taylor Swift, die sich erst vor wenigen Wochen als Unterstützerin der Demokraten outete, rief ihre Fans dazu auf, ihre Stimme abzugeben. "Bitte sitzt das nicht aus", schrieb sie in der vergangenen Woche auf Instagram und machte Werbung für die Briefwahl. Dazu zeigte sie ein Foto von sich selbst und ihrer Mutter Andrea vor einem Banner, das für den Senatskandidaten der Demokraten in Tennessee, Phil Bredesen, wirbt. Beide Frauen haben US-Fahnen in der Hand. "Diese beiden Frauen aus Tennessee haben den Kandidaten gewählt, der sich als vernünftig und vertrauenswürdig erwiesen hat", schrieb die 28-Jährige dazu. "Wir wollen Führung, keinen Extremismus, der auf Angst basiert".
 
Moderatorin Oprah Winfrey rührte die Werbetrommel für Stacey Abrams, die zur ersten schwarzen Gouverneurin gewählt werden möchte. Dafür sprach der TV-Star nicht nur auf offiziellen Wahlkampfveranstaltungen, sondern klingelte sogar an der Haustür potenzieller Wähler. 
 
Mehrere Musiker - wie Steven Tyler, Elton John, Rihanna oder die Band Guns N'Roses - forderten Donald Trump auf, bei seinen Wahlkampfauftritten die Finger von ihrer Musik zu lassen.
Viktoria Meinholz
6. November 2018 16:29
This election might be the most consequential of our lifetime. I urge you all to go to the polls and make your voice heard. Between now and election day, 11/6, visit t.co/sYbA4IJayU to get involved. t.co/54DtM4tAiz
via twitter
Maximilian Matthies
6. November 2018 16:29
FLORIDA: You have the opportunity to make history this election. Let’s #bringithome. Vote @andrewgillum. And VOTE YES on Amendment 4 to restore voting rights to folks who have already paid their debt to society. VOTE on November 6th! t.co/ApH5hN7anct.co/Kpxz9XleYZ
via twitter
Maximilian Matthies
6. November 2018 17:41

Höchste Wahlkampffinanzierung bei einer Zwischenwahl 

 

Nie zuvor ist bei einer Zwischenwahl in den USA so viel Geld für den Wahlkampf ausgegeben worden wie in diesem Jahr. Die 5,2 Milliarden Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) seien 35 Prozent mehr als bei der Zwischenwahl von 2014, berichtete die auf Wahlkampffinanzierung spezialisierte Organisation Center for Responsive Politics auf ihrer Webseite.

 

Demnach haben nicht nur die Republikaner von US-Präsident Donald Trump Spenden in Rekordhöhe eingenommen, sondern vor allem die Demokraten erlebten einen riesigen Aufwärtstrend. Sie hätten vor allem vom Enthusiasmus von Spenderinnen profitiert. Auch bei Kleinspendern hätten sie die Nase vorn.

 

Insbesondere bei den Rennen um die Sitze im Abgeordnetenhaus, einer der beiden Kammern im US-Kongress, hätten die Demokraten mit Wahlkampfspenden in Höhe von 951 Millionen Dollar die Republikaner mit 637 Millionen Dollar hinter sich gelassen, heißt es. Auch bei Spenden für den Senat lägen die Demokraten vorn, aber nicht so deutlich.

 

Die Nachrichtenseite Axios.com führte den rasanten Anstieg von Spenden vor allem auf ein radikalisiertes politisches Umfeld sowie auf mehr spannende Rennen zurück. Die größten Spender für beide Parteien sind demnach sogenannte Super PACs. Das sind Organisationen, die Spenden in unbegrenzter Höhe annehmen und sie zur Werbung für bestimmte Kandidaten verwenden können. 

Maximilian Matthies
6. November 2018 18:32

Obama ruft zum Wählen auf


Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die Amerikaner zur Abstimmung bei den Kongresswahlen aufgerufen. "Heute sind Sie an der Reihe, ihre Stimme zu erheben, um den Kurs des Landes zum Besseren zu ändern", schrieb der demokratische Ex-Präsident am Dienstag auf Twitter. "Gehen Sie raus und wählen Sie."

 

Maximilian Matthies
6. November 2018 18:49

So reagieren die Börsen

 

Vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt eine klare Positionierung gescheut. Der Leitindex Dax pendelte um den Vortags-Schlusskurs und verlor letztlich 0,09 Prozent auf 11.484,34 Punkte.

 

Wenig anders sah es beim MDax aus, in dem sich die mittelgroßen Unternehmen versammeln: Er verabschiedete sich am Dienstag 0,19 Prozent tiefer bei 24.203,29 Zählern aus dem Handel.

 

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es letztlich um 0,31 Prozent auf 3207,42 Punkte nach unten. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben etwas deutlicher nach.

 

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss hingegen leicht in der Gewinnzone.

Maximilian Matthies
6. November 2018 19:54

82-Jährige wählt zum ersten Mal – und stirbt kurz darauf
 

Eine rührende Geschichte hat sich in Grand Prairie im US-Bundesstaat Texas. Dort lebte Gracie Lou Phillips. Die 82-Jährige wollte bei den Midterms unbedingt zum ersten Mal wählen. Das schaffte sie. Den Wahlausgang wird sie allerdings nicht mehr miterleben:

82-Jährige wählt zum ersten Mal – und stirbt kurz darauf

Erstwählerin mit 82: Gracie Lou Phillips aus den USA gibt bei den Zwischenwahlen das erste Mal ihre Stimme ab. Dann erliegt sie einer schweren Krankheit.
Maximilian Matthies
6. November 2018 20:38

Hohe Wahlbeteiligung unter Frühwählern


Bei den Zwischenwahlen zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren ab. Rund 38,9 Millionen Frühwähler hätten schon vorab ihre Stimme per Briefwahl oder im Wahllokal ihre Stimme abgegeben, berichtete das Umfrageinstitut ElectProject auf seiner Webseite. 2014 seien es rund 20,5 Millionen Frühwähler gewesen.

 

Bei der Zwischenwahl hatten damals insgesamt 82 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Das war die niedrigste Wahlbeteiligung seit Ende des Zweiten Weltkrieges. ElectProject geht davon aus, dass in diesem Jahr 45 Prozent der Stimmberechtigten wählen gehen. 2014 waren es demnach 36 Prozent.

 

Die vorzeitige Stimmabgabe ist in 37 der 50 Bundesstaaten und in der US-Hauptstadt Washington DC in Wahllokalen oder per Briefwahl möglich. Die Wahlbeteiligung schwankt bei Präsidenten- und Zwischenwahlen erheblich. Bei den Midterms sind es in der Regel um die 40 Prozent, bei der Präsidentenwahl sind es rund 60.

 

Die hohe Wahlbeteiligung in diesem Jahr wird auf spannende Rennen zurückgeführt, wie beispielsweise in Texas und Arizona. Ein weiter Grund liegt in der starken Polarisierung zwischen den Republikanern von Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten.

Maximilian Matthies
6. November 2018 21:53

Was wäre wenn die US-Demokraten das Abgeordnetenhaus gewinnen?


Auf Grundlage von Umfragen gingen viele Kommentatoren am Dienstag davon aus, dass es nach der Wahl einen sogenannten geteilten Kongress geben wird. Das heißt, die eine Kammer, der Senat, bleibt in der Hand der Republikaner von Präsident Donald Trump. Die zweite Kammer hingegen, das Abgeordnetenhaus, erobern die oppositionellen Demokraten.

 

Was bedeutet das?

 

Amtsenthebungsverfahren: Die US-Verfassung gibt beiden Kammern Rechte und Pflichten vor. Die Demokraten könnten mit einer Mehrheit im Abgeordnetenhaus beispielsweise ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen Trump einleiten. Das Verfahren führen und dann auch entscheiden müsste aber der Senat mit einer Zweidrittelmehrheit. Derzeit ist eine solche Mehrheit kaum vorstellbar.

 

Untersuchungen: Die Demokraten könnten im Abgeordnetenhaus auch zahlreiche Untersuchungen gegen Trump einleiten, Zeugen vorladen und Dokumente einfordern. Diese könnten für Trump unangenehm werden, wenn es beispielsweise um seine Steuererklärungen, die Wahlkampffinanzierung bei der Präsidentenwahl von 2016 und die mögliche Einmischung Russlands in die Wahl geht.

 

Blockadepolitik: Eine demokratische Mehrheit könnte auch die Gesetzgebung blockieren oder den Präsidenten Rechenschaft ablegen lassen. Aber: Dies würde voraussetzen, dass die Demokraten als geschlossener Block abstimmen - was nicht unbedingt der Fall sein muss. Ein Beispiel: Demokraten aus landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten können schlecht gegen Farm-Gesetze stimmen, die für ihre Klientel gut wären. Ähnlich gespalten sind Demokraten vor allem in ländlichen Gebieten, wenn es beispielsweise um eine Verschärfung der Waffengesetzgebung geht.

Eine Blockadepolitik birgt auch Risiken. Weil der Wahlkampf für die Präsidentenwahl 2020 praktisch direkt nach dieser Zwischenwahl beginnt, könnte Trump die Demokraten dafür verantwortlich machen, wenn nichts mehr vorwärts geht. Schließlich könnte Trump - wie sein Vorgänger Barack Obama - seine Pläne per Dekret am Kongress vorbei durchboxen. Allerdings kann sein Nachfolger diese einfach per Anordnung rückgängig machen - so wie es Trump mit Obamas Politik in Teilen gemacht hat.

 

Zusammenarbeit: Ein geteilter Kongress könnte für Republikaner wie Demokraten auch die Chance bieten, Dinge gemeinsam anzupacken, beispielsweise um die Kosten für Medikamente zu senken oder aber die Infrastruktur im Land auf Vordermann zu bringen.

Maximilian Matthies
6. November 2018 22:19

Heiko Mass: "Müssen Verhältnis zur USA neu ausrichten"
 

Bundesaußenminister Heiko Maas erwartet keine Kurskorrekturen von US-Präsident Donald Trump nach den Kongresswahlen und sieht die Zeit für ein neues Verhältnis zwischen Europa und den USA gekommen.

Außenminister Heiko Maas. Foto: dpa
 

"Die USA bleiben unser wichtigster Partner außerhalb Europas", sagte der SPD-Politiker der "Passauer Neuen Presse" . "Aber: Wir müssen unser Verhältnis mit den Vereinigten Staaten neu vermessen und ausrichten." Trumps Politik des "America first" habe dazu geführt, dass sich Washington aus internationalen Verträgen zurückzieht. "Die einzig richtige Antwort darauf ist ,Europe united'." Die Europäischen Union müsse es größtmögliche Geschlossenheit zeigen, etwa wenn es etwa darum gehe, Strafzölle abzuwehren. "Wir müssen für uns selbst mehr Verantwortung übernehmen."

Maximilian Matthies
6. November 2018 23:02

Guten Abend und herzlich willkommen - schön, dass Sie noch zu später Stunde mit dabei sind! In den USA stehen die Zwischenwahlen an und es wird spannend, das können wir Ihnen jetzt schon versprechen.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:03

Im Zentrum unserer Berichterstattung stehen die Wahlen zum US-Kongress in Washington - das Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats werden neu gewählt.  

Übrigens: In vielen Bundesstaaten gibt es gleichzeitig zu den sogenannten "Midterm Elections" auch Gouverneurswahlen - über das Wichtigste halten wir Sie ebenfalls auf dem Laufenden.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:05

Es zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren ab. Rund 38,9 Millionen Frühwähler hätten schon vorab ihre Stimme per Briefwahloder im Wahllokal ihre Stimme abgegeben, berichtet das Umfrageinstitut ElectProject auf seiner Webseite. 2014 seien es rund 20,5 Millionen Frühwähler gewesen.

Bei der Zwischenwahl hatten damals insgesamt 82 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Das war die niedrigste Wahlbeteiligung seit Ende des Zweiten Weltkrieges. ElectProject geht davon aus, dass in diesem Jahr 45 Prozent der Stimmberechtigten wählen gehen. 2014 waren es demnach 36 Prozent.


Foto: Rogelio V. Solis, AP/dpa
via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:07

Warum sind die Wahlen so wichtig? Die "Midterm Elections" werden oft als eine Abstimmung über die Politik des amtierenden US-Präsidenten angesehen. Gelingt es den Demokraten, eine Mehrheit im "House of Reprensentatives" zu holen, könnten sie der politischen Agenda des US-Präsidenten und der Republikaner stärker entgegentreten und Projekte blockieren. So könnten zahlreiche Untersuchungen gegen den US- Präsidenten eingeleitet werden - beispielsweise, ob Trumps Wahlkampfteam 2016 geheime Absprachen mit Russland getroffen hat. Die Ergebnisse könnten auch die Grundlage für ein Amtsenthebungsverfahren ("Impeachment") bilden. Die Demokraten könnten zudem versuchen, Trump zur Offenlegung seiner Steuererklärungen zwingen.

Holen die Demokraten auch eine Mehrheit im Senat, käme es noch dicker für Donald Trump - unter anderem wären seine Personalentscheidungen davon betroffen.


Sorgenvoller Blick: Die "Midterms" könnten US-Präsident Donald Trump gefährlich werden. Foto: Ting Shen, XinHua/dpa/Archiv
via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:10

Ein Blick auf die Sitzverteilungen im Repräsentantenhaus und im Senat(mit Hervorhebung der Sitze, die neu gewählt werden). Derzeit haben Donald Trumps Republikaner im Repräsentantenhaus mit 235 von 435 Sitzen eine komfortable Mehrheit. Im Senat stellen sie 51 der 100 Senatoren, also nur knapp mehr als die Hälfte.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:14

Wie ist die Ausganslage? Die Wahlanalysten der News-Seite FiveThirtyEight rechnen den Demokraten gute Chancen aus, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu holen. Sie sehen aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass dies auch für den Senat gelingt - obwohl der Vorsprung der Republikaner mit 51 zu 49 Sitzen knapp ist. 

Die Republikaner haben jetzt schon 42 Senatorensitze sicher, egal wie die Zwischenwahl ausgeht. Die Demokraten müssen nämlich zehn Sitze in Staaten verteidigen, die bei der Präsidentenwahl vor zwei Jahren mehrheitlich für Donald Trump gestimmt hatten.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:17

Nie zuvor ist bei einer Zwischenwahl in den USA so viel Geld für den Wahlkampf ausgegeben worden wie in diesem Jahr. Die 5,2 Milliarden Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) seien 35 Prozent mehr als bei der Zwischenwahl von 2014, berichtet die auf Wahlkampffinanzierung spezialisierte Organisation Center for Responsive Politics auf ihrer Webseite.

Demnach haben nicht nur die Republikaner von US-Präsident Donald Trump Spenden in Rekordhöhe eingenommen, sondern vor allem die Demokraten erlebten einen riesigen Aufwärtstrend. Sie hätten vor allem vom Enthusiasmus von Spenderinnen profitiert. Auch bei Kleinspendern hätten sie die Nase vorn.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:21

Bereits mit Öffnung der ersten Wahllokale hat der frühere US-Präsident Barack Obama auf Twitter die Amerikaner zur Abstimmung bei den Kongresswahlen aufgerufen. "Heute sind Sie an der Reihe, ihre Stimme zu erheben, um den Kurs des Landes zum Besseren zu ändern", schrieb der demokratische Ex-Präsident. "Gehen Sie raus und wählen Sie."

Auch Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat sich auf Twitter zu Wort gemeldet. "Heute sagen wir, es reicht." Donald Trump warf sie vor, die demokratischen Institutionen und Werte zu untergraben.



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dpa-live Desk
6. November 2018 23:34

First Lady Melania Trump fordert auf Twitter die Menschen auf, für die Republikaner zu stimmen. Tochter Ivanka spricht hingegen überraschenderweise keine Wahlempfehlung aus. In einem auf Twitter veröffentlichten Video sagt die 37-Jährige lediglich, dass ihre Mitbürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen sollten.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:37

An verschiedenen Orten kommt es zu technischen Problemen und langen Warteschlangen. Im US-Bundesstaat Georgia im Südosten der USA etwa gab es verschiedenen US-Medien zufolge in mehreren Wahllokalen Schwierigkeiten mit der elektronischen Stimmabgabe, was zu langen Wartezeiten führte. In den USA werden neben Papierstimmzetteln auch Wahlautomaten und Wahlcomputer zur Stimmabgabe eingesetzt. Seit langem gibt es Diskussionen über die Sicherheit und Zuverlässigkeit solcher elektronischen Systeme.

via dpa
dpa-live Desk
6. November 2018 23:39

Viele Wähler wollen laut einer Nachwahlbefragung des Fernsehsenders CNN ihren Ärger über Donald Trump ausdrücken. 39 Prozent der Befragten erklärten, ihre Stimme abgegeben zu haben, um ihre Ablehnung des Präsidenten deutlich zu machen. Nur 26 Prozent sagten, sie wollten Trump mit ihrer Stimme unterstützen

Ein Drittel der Wähler erklärte, Trump habe bei ihrer Entscheidung keine Rolle gespielt. Zwei Drittel der Befragten sagten zudem, ihre Entscheidung bereits vor mehr als einem Monat getroffen zu haben. Nur 15 Prozent der Umfrageteilnehmer haben sich nach eigenen Angaben erst in der Woche vor der Wahl entschieden.

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6. November 2018 23:41

Momentaufnahme aus Los Angeles: Während die einen ihre Bahnen ziehen, geben andere ihre Stimme in einem Wahllokal in einem Schwimmbad ab.


Foto: Jae C. Hong, AP/dpa
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6. November 2018 23:48

US-Promis im Wahlfieber: R&B-Star Beyoncé hat sich kurz vor Schließung der Wahllokale für den demokratischen Senats-Kandidaten in Texas, Beto O'Rourke, stark gemacht. "Wir können nicht unsere Frustration äußern und uns darüber beschweren, was falsch läuft, ohne zu wählen und unsere Macht auszuüben, um es richtig zu machen", schreibt sie an ihre 119 Millionen Fans auf Instagram. Dazu zeigt Beyoncé Bilder von sich, auf denen sie ein Cap mit der Aufschrift "Beto for Senate" trägt. 

Instagram | beyonce
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dpa-live Desk
6. November 2018 23:54

Eine Botschaft auch von Pop-StarTaylor Swift zu den Wahlen. In einem Video fordert sie die Menschen auf, Wählen zu gehen. Die 27-Jährige äußerte sich erst kürzlich zum ersten Mal politisch und verriet, dass sie die Demokraten unterstütze.



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6. November 2018 23:56

Wir hatten es bereits erwähnt, es bilden sich mancherorts lange Warteschlangen vor den Wahllokalen - wie hier an der Arizona State University.



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7. November 2018 00:03

Vor einigen Minuten haben die ersten Wahllokale ihre Pforten geschlossen - und zwar in den Bundesstaaten Indiana und Kentucky. Hier geht es um insgesamt 15 Sitze für das Repräsentantenhaus. In Kentucky kämpft der Republikaner Andy Barr gegen eine Frau mit Kriegserfahrung. Die Veteranin Amy McGrath war die erste Frau bei den Marines, die eine F-18 flog. Sie möchte nun ins Repräsentantenhaus einziehen. Der Ausgang des Rennens ist offen. 

Mit Spannung blicken wir zudem auf die Ergebnisse im Rennen um den Senatssitz in Indiana. Sollten hier die Demokraten mit Joe Donnelly gegen den Republikaner Mike Braun Kürzeren ziehen, können sich die Demokraten laut Experten bereits eine Mehrheit im Senat abschminken.


Die demokratische Kandidatin Amy McGrath. Foto: Bryan Woolston, AP/dpa
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7. November 2018 00:36

Wann wissen wir, wie die Wahl ausgegangen ist?
Mit aussagekräftigen Ergebnissen rechnen wir am frühen Morgen. Wenn das Ergebnis beim Senat knapp ausfällt, könnte es sich verzögern. Bei den Kongresswahlen 2014 stand gegen 3.15 Uhr unserer Zeit fest, wer die Mehrheit im Abgeordnetenhaus hat, gegen 5.30 Uhr war klar, wer den Senat gewonnen hat. 


Die Wahl ist um diese Zeit noch gar nicht ganz vorbei, weil die USA sich über viele Zeitzonen erstrecken: Auf Hawaii schließen die Wahllokale erst um 6.00 Uhr. An der Ostküste öffnen erste Wahllokale um 12.00 Uhr.

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7. November 2018 00:54

Es gibt bereits ein erstes Ergebnis - und zwar zu den Gouverneurswahlen, die parallel zu den Kongresswahlen stattfinden. Im US-Außenterritorium Guam hat sich die Demokratin Lou Leon Guerrero den Posten geschnappt.



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7. November 2018 00:56

US-Präsident Donald Trump erwartet die Ergebnisse der Kongresswahlen gemeinsam mit seiner Familie und Freunden. Aus dem Weißen Haus heißt es, der Präsident und First Lady Melania Trump hätten Familienmitglieder und Freunde zu sich eingeladen, um gemeinsam den Ausgang der Zwischenwahlen zu verfolgen.

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7. November 2018 01:02

Ob die Republikaner und damit US-Präsident Donald Trump ihre Mehrheit im Senat und auch im Repräsentantenhaus verteidigen können, steht zur Stunden noch in den Sternen.  Bundesaußenminister Heiko Maas erwartet keine Kurskorrekturen Trumps nach den Wahlen und sieht die Zeit für ein neues Verhältnis zwischen Europa und den USA gekommen. "Die USA bleiben unser wichtigster Partner außerhalb Europas", so der SPD-Politiker im Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse". "Aber: Wir müssen unser Verhältnis mit den Vereinigten Staaten neu vermessen und ausrichten."

Trumps Politik des "America first" habe dazu geführt, dass sich Washington aus internationalen Verträgen zurückzieht. "Die einzig richtige Antwort darauf ist 'Europe united'.»

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7. November 2018 01:04

In den Bundesstaaten Alabama, Florida, Georgia, South Carolina, Vermont, Virginia und New Hampshire haben die meisten Wahllokale nun ebenfalls geschlossen. Es geht um 69 Sitze im Repräsentantenhaus und um drei Sitze für den Senat

In Florida wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sitz im Senat erwartet. Umfragen zufolge trennen den Demokraten Bill Nelson und seinen republikanischen Herausforderer Rick Scott nur Zehntelprozentpunkte. Sollte Nelson verlieren, wäre es eine herbe Niederlage für die Demokraten - sitzt er doch schon seit 18 Jahren im Senat. Ein ganz knappes Rennen wird auch in West Virginia erwartet - zwischen dem Demokraten Joe Manchin und dem Republikaner Patrick Morrisey.


Der Republikaner Rick Scott während einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: John Raoux, AP/dpa
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dpa-live Desk
7. November 2018 01:14

Die Senatoren Tim Kaine (Demokraten) und der zu den Demokraten neigende Bernie Sanders (unabhängig) haben bei ihre Senatssitze verteidigt. Die US-Sender CNN und Fox News sehen Sanders in dessen Bundesstaat Vermont und Kaine in Virginia unmittelbar nach Schließung der Wahllokale uneinholbar vorn.


Bernie Sanders, Senator von Vermont. Foto: Charles Krupa, AP/dpa
via dpa
dpa-live Desk
7. November 2018 01:41

Derweil macht auf Twitter der Hashtag #StayInLine die Runde. Menschen sollen in der Schlange bleiben und die Wahllokale nicht verlassen, ohne abgestimmt zu haben. Unterstützung gibt es unter anderem von US-Popstar Lady Gaga. "Jede Stimme zählt", twittert sie. 



via dpa
dpa-live Desk
7. November 2018 01:57

Wie ist der Stand der Dinge? US-Medienberichtenzufolge liegen die Demokraten im Repräsentantenhaus zur Stunde mit 24 Sitzen vor den Republikanern mit 17 Sitzen. Für die Mehrheit sind hier 218 Sitze nötig. Die Lage für den Senat: 25 für die Demokraten, 42 für die Republikaner (Mehrheit 51 Sitze).

via dpa
dpa-live Desk
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