Freiburger Fall Polizeigewerkschafts-Chef kritisiert „naive Zuwanderungspolitik“

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG), Rainer Wendt wirft der Regierung eine naive Zuwanderungspolitik vor. Foto: Ingo Wagner/dpaDer Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG), Rainer Wendt wirft der Regierung eine naive Zuwanderungspolitik vor. Foto: Ingo Wagner/dpa

Osnabrück. In der Debatte um die mutmaßliche Freiburger Gruppenvergewaltigung hat der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der Regieurng eine „naive Zuwanderungspolitik“ vorgeworfen. Wendt fordert härtere Auflagen für straffällig gewordene Asylbewerber und Flüchtlinge.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Wendt: „Tötungsdelikte, schwere Körperverletzung, Raub sowie Sexualstraftaten sind die grausame Kehrseite naiver Zuwanderungspolitik und Willkommenskultur.“ Auch wenn sich die meisten männlichen Asylbewerber und Flüchtlinge völlig straffrei verhielten, seien sie bei schweren Delikten überrepräsentiert. Wendt sagte: „Wer diese Seite verharmlost oder ignoriert, schürt pauschalen Fremdenhass und Extremismus.“

Härteres Durchgreifen gefordert

Der Gewerkschafts-Vorsitzende verlangte einen härteren Kurs gegen straffällig gewordene Zuwanderer: „Die Menschen wollen, dass der Staat alles unternimmt, um sie zu beschützen“, sagte Wendt. Straffällig gewordene Asylbewerber, die schon vorher durch Taten aufgefallen seien, kämen „erst in Haft, wenn sie getötet oder vergewaltigt haben. Das kann nicht die Lösung sein.“

Deshalb müssten junge Intensivtäter, die mit kleineren Straftaten aufgefallen seien und nur noch geduldet würden, gezwungen sein, in Asylbewerberheimen zu bleiben, bis sie die Ausreise antreten könnten. Wendt sagte: „Die von der Bundesregierung geplanten Ankerzentren sind ein richtiger Ansatz; hier gehören diejenigen untergebracht, deren Identität nicht zweifelsfrei fest steht und die Straftaten begangen haben.“

Straffällige unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren müssten vom Jugendamt kontrolliert werden, das deren Aufenthaltsort festlegen und überwachen müsse: „Es kann nicht sein, dass diese Jugendlichen nachts unterwegs sind, Straftaten begehen, Drogen konsumieren und für Angst und Schrecken sorgen, während die Betreuer nicht da sind.“

Mutmaßliche Gruppenvergewaltigung

Die Debatte um den Umgang mit straffällig gewordenen Asylbewerbern ist nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung wieder aufgeflammt. In Freiburg soll eine 18 Jahre alte Studentin nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Freitag in Freiburg bekannt gab. Dabei handelt es sich um sieben Syrer im Alter von 19 Jahren bis 29 Jahren und einen 25 Jahre alten Deutschen. Der inzwischen 22 Jahre alte Hauptverdächtige gilt nach Einschätzung der Polizei als Intensivtäter.


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