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31.10.2018, 16:51 Uhr WINDRÄDER UND SOLAR

Öko-Energiepaket: Sieht grün aus, ist es aber nicht

Kommentar von Stefanie Witte

Das monatelange Ringen um den Ausbau erneuerbarer Energien hat nun ein Ende. Allerdings kein besonders ambitioniertes. Foto: dpaDas monatelange Ringen um den Ausbau erneuerbarer Energien hat nun ein Ende. Allerdings kein besonders ambitioniertes. Foto: dpa

Osnabrück. Man könnte meinen, die wachsende Beliebtheit der Grünen beim Wähler manifestiere sich nun in Entscheidungen der Großen Koalition. Aber wenn sich Union und SPD gerade jetzt auf ein Energiepaket einigen und den schnelleren Ausbau von Windkraft und Photovoltaik beschließen, ist das zum einen Zufall und zum anderen alles andere als ambitionierte grüne Politik.

Die konkreten Beschlüsse sind eher ein Eingeständnis, dass der Ausbau erneuerbarer Energien lange nicht so schnell klappen wird, wie geplant, dass die Bürger nach wie vor nicht im Boot sind und dass die hehren Ziele zu Umweltschutz und moderner Stromversorgung wahrscheinlich nicht erreicht werden.

Im Koalitionsvertrag war ein viel umfangreicherer Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung vereinbart worden, als nun beschlossen wurde. Dem vielfachen Widerstand der Bürger gegen Windräder und Stromkabel vor der eigenen Haustür wollen die Koalitionäre mit einer Arbeitsgruppe begegnen. Das soll das Ergebnis monatelangen Ringens sein?

Und während nun der Bau weiterer Windräder und Solaranlagen ausgeschrieben wird, sind nicht einmal alle bislang geplanten Projekte überhaupt schon gebaut. Für all die Parteien, die gerade verzweifelt auf der Suche nach profilschärfenden Themen sind, müsste all das doch eigentlich eine Marktlücke sein.


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